FRITZLAR - DIE STADT DER KAISER UND KÖNIGE
Die
Tatsache, dass die Siedlung Fritzlar an einem Kreuzungspunkt wichtiger
frühmittelalterlicher Straßen liegt, lässt Fritzlar zum
bevorzugten Aufenthaltsort der deutschen Könige und Kaiser in
Hessen werden. Schon Karl der Große soll hier eine Pfalzanlage
errichtet haben, zu Zeiten Konrads I. (911 - 918) gab es in der Stadt
einen Königshof.
Im Jahre 919 wurde der Sachsenherzog Heinrich in Fritzlar zum
König von Franken und Sachsen erhoben. Otto der Große
berief 953 einen Reichstag in Fritzlar ein. Auch Otto II. und
Otto III. waren in der Stadt. Heinrich II. ist das Prunkstück des
Domschatzes gewidmet, das Heinrichskreuz. Konrad II. kam 1032 nach
Fritzlar mitsamt seiner Familie. Sein Sohn Heinrich III. war in seiner
Regierungszeit dreimal in der Stadt. Auch Heinrich IV. war häufig
in Fritzlar. Hier verhandelte er mit dem Gegenkönig Rudolf von
Rheinfelden. Der letzte deutsche König in der Stadt war Konrad
III. Er traf sich 1145 hier mit dem Erzbischof Heinrich von Mainz.
An die
jahrhundertelange Zugehörigkeit Fritzlars zum Erzbistum Mainz erinnert
heute noch das Fritzlarer Stadtwappen, das rote „Mainzer Rad“ auf
silbernem Grund. In den folgenden Jahrhunderten ist Fritzlar der
Eckpfeiler der mainzischen Territorialpolitik in Nordhessen. Die Stadt
wird zum Schauplatz der militärischen Auseinandersetzungen zwischen den
Landgrafen von Hessen und dem Mainzer Erzbischof. Die Mainzer Erzbischöfe siedeln freie Kaufleute an,
Fritzlar wird die erste Münzprägestätte in ganz Hessen, sie rangiert als
Handelsplatz für Tuche, Pelze und Gewürze vor Kassel.