Der eventuell aus Alemannien stammende Dichter,
auch "Meister Alexander" genannt, findet sich nicht nur in der Manesse-Handschrift,
wo er sich auf einem Bild als wilder Reiter im roten Gewande präsentiert,
sondern auch in der Jenaer Handschrift. Er dichtete Ende des 13. Jahrhunderts,
liebte Texte voller Rätsel und dunkler Bilder und verwies auf die
tieftraurige Tradition des frühen Minnesangs bis Reinmar von Hagenau,
dessen berühmtes Ostertag-Motiv er in seinem Lied "Der
meie ist komen gar wunneclîch" er - im Gegensatz zu Walther,
der dieses Bild harsch kritisierte - zustimmend zitiert. Mit dem folgenden
Lied, das auch mit einer wunderbar melancholischen Melodie überliefert
ist, stellt er erneut die für den Minnesang so typische Verbindung
von Liebe und Leid heraus.
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leit so man ez tribe nu wil mynne und ist ir rat daz ich da von scribe Sie sprach selle wider mich scrib daz leyt ob allem leyde. swa sich lieb von liebe scheide trurich und unendelich Miner frowen unde mir
Do minne mir stiure enbot
Toete mich unde la si leben
Mir were ein iar alsam ein tag
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Uns auch große Schmerzen. Wenn die Minne nie gelingt, Bricht uns das die Herzen. Sie sprach: "Schreib ein Lied für mich, Schreib vom Leid der höchsten Leiden, Muss die Lieb vom Liebsten scheiden, Traurig nun auf ewig...." Für die Herrin
singe ich,
Hört nur, was
mir Minne bot,
Töte mich und
lass sie leben!”
Ach ein Jahr wär’
wie ein Tag,
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| Manesse-Bild und -Texte |
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| LITERATUR
BIEL, Jürgen: Der wilde Alexander. Untersuchungen zur literarischen
Technik eines Autors im 13. Jahrhundert.
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KERN, Peter: Meister Alexanders Lied ‚Owê, Minne’.
Kritik der Konjekturalkritik. In: Textkritik und Interpretation.
Festschrift für Karl K. Polheim. Hg. v. Heimo Reinitzer. Bern 1987, S. 83-95. SCHULZE, Joachim: Das Lied ‚Ach owê, daz nâch liebe ergât’ des Wilden Alexander und seine Bearbeitungen. In: ZfdPh 84 (1965), S. 361-368. |
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