Die Minnesänger


DER VON KÜRENBERG (um 1150/1160)
Er repräsentiert den donauländischen Minnesang, der noch nicht vom französischen Einfluss geprägt ist, aber schon ritterlich-adlige Poesie darstellt. Er ist Schöpfer des bekannten Lieds vom Falken. Kennzeichnend ist die Form des Wechsels zwischen Frauen- und Männerstrophen, in denen beide an verschiedenen Orten wie zu einander, aber nicht miteinander sprechen. Hier steht mehr dazu! (vom Bundesverband Minnesang)
 
DER BURGGRAF VON REGENSBURG (um 1160/1170)
Er wird zum "donauländischen Minnesang" gerechnet, steht inhaltlich und formal dem von Kürenberg sehr nah. Bei ihm darf die Frau in ihren Strophen noch unbefangen ihre Sehnsüchte äußern, stellt sich in Gegensatz zu den gesellschaftlichen Normen. 
 
MEINLOH VON SEVELINGEN (um 1160 - 1180)
Er ist bereits auf dem Weg zur strengeren formalen Form, unreine Reime werden in viel geringerem Maße verwandt als bei anderen Zeitgenossen. Hier steht mehr dazu! (vom Helmut Schulze, www.litlinks.it)
 
DER BURGGRAF VON RIETENBURG (um 1180)
Er betont erstmals den "veredelnden Wert des Singens und Dienens" (Brackert: Minnesang). Der Reimpaarvers wird durch vielschichtigere, wenn auch noch recht einfache Reimschemata ersetzt.
 
DIETMAR VON AIST (2. Hälfte des 12. Jh.)
Erste Schritte hin zum "hohen Sang": Die früher üblichen Einzelstrophen werden zu Liedern zusammengefasst. Der "Natureingang" wird schon als Mittel der Gefühls-Schilderung benutzt. Auch das erste überlieferte deutsche Tagelied stammt von ihm. Hier steht mehr dazu! (von Bundesverband Minnesang)
 
KAISER HEINRICH (letztes Drittel des 12. Jh.
Ebenfalls ein Dichter des Übergangs - ob's wohl wirklich der Stauferkaiser Heinrich VI (1165 - 1197) war? Er verwendet jedenfalls bereits die Form der Kanzone, das Motiv des ungelohnten Minnedienstes tritt ebenfalls auf. Kennzeichnend ist auch ein jubelnder Ton, der die These vom dichtenden Kaiser stützen könnte.
 
FRIEDRICH VON HAUSEN (ca. 1150 - 1190)
Der erste "echte" Minnesänger, der die provenzalische Troubadourdichtung aufnimmt und mit eigenen Mitteln umwandelt: der komplizierte Strophenbau, aber auch Themen französischer Minnelieder werden mit eigenen Worten und Gedanken gefüllt. Der unerwiderte Dienst, die Appelle zum Maßhalten, die Spiritualisierung der Herrin - alles Merkmale des "hohen Sangs" finden sich bei Hausen. Bekanntestes Lied: sein Kreuzlied über Herz und Leib, die gegeneinander kämpfen. Hier steht mehr dazu!
 
HEINRICH VON VELDEKE (ca. 1140 - 1190)
Der Dichter des Aeneasromans verwendet ebenfalls bereits die Kanzonenform. Seine Lyrik besticht durch kraftvolle, individuell beobachtete Naturbilder. Leichte, versöhnliche Anflüge von Ironie und eine heitere Grundstimmung prägen seine Lieder. Hier steht mehr dazu! (Wikipedia)
 
RUDOLF VON FENIS (letztes Viertel des 12. Jh.)
Beständiger Dienst und unerfülltes Werben prägen seine Lieder, die vor allem das Minneleid zum Ausdruck bringen. Er erträgt den Dienst duldsam, Befriedigung und echten Lebenssinn scheint ihm das aber nicht zu geben. Der französiche Einfluss ist bei ihm sehr stark.
 
ALBRECHT VON JOHANNSDORF (letztes Viertel d. 12. Jh.)
Die Kreuzfahrerthematik nimmt einen großen Platz in seinem Schaffen ein. Minnedienst und Kreuzfahrerdienst sind bei ihm kein Gegensatz: Der Kreuzfahrer zieht für seine Herrin und in Gedanken an sie gen Jerusalem. Ansonsten schickt er sich nicht in den unerwiderten Minnedienst, er sucht von Herzen die Zuneigung der verehrten Dame. Hier steht mehr dazu! (vom Bundesverband Minnesang)
 
HARTMANN VON AUE (ca. 1180 - 1205)
Vom Dichter der Artusromane sind gerade mal 17 Lieder überliefert. Diese sind interessant, da sie im Widerspruch zum Ideal des hohen Sangs stehen. Anstatt sich ergeben dem Dienst für die Herrin hinzugeben, beklagt er, dass er keine Erhörung findet, sich ihr aber nicht enziehen kann. In seinem berühmten "Unmutslied" propagiert er, lieber sein Glück bei einfachen Frauen zu suchen, die die ihnen entgegen gebrachte Zuneigung erwidern. Hier steht mehr dazu! (vom Bundesverband Minnesang)
 
HEINRICH VON RUGGE (Ende 12. Jh.)
Er war einer der Propagandisten des Kreuzzuges. Für ihn gibt es keine Zweifel an der Richtigkeit des Kampfes: Selbst die Herrin sagt sich bei ihm von dem los, der in der Heimat bleiben will, um seine Dienste bei ihr zu verrichten. Unter Rugges Namen ist auch eine Kontrafaktur von Bernard de Ventadorns "Lerchenlied" überliefert - sie verbindet die französische Melodie mit einem Doppelmonolog in Donauländischer Tradition. Hier steht mehr dazu! (von Helmut Schulze, www.litlinks.it)
 
BERNGER VON HORHEIM (Ende 12. Jh.)
Sechs Lieder sind von ihm überliefert, in der er sich als Meister der Form und der raffinierten Struktur zeigt. Mit seinen kunstvoll, aber auch ein wenig gekünstelt wirkenden Strophen nimmt er die raffiniert ornamentalen Gebilde vorweg, wie sie Mitte des 13. Jh. ein Konrad von Würzburg fertigen wird.
 
HARTWIG VON RAUTE (Ende 12. Jh.)
Von Hartwig von Raute sind nur wenige, in Einzelstrophen überlieferte Lieder erhalten. Im Gegensatz zur Mäßigung, Zucht und Sublimierung vieler Zeitgenossen, ist bei ihm aber das erotische Drängen zur Angebeteten deutlich spürbar. Er weiß ja, er muss sich zurückhalten - doch er bekennt sich wenigstens zum Begehren. 
 
VON WISSENLOH (wahrscheinl. Ende 12. Jh.)
Vom Sänger von Wissenloh sind 4 Tagelieder im Stil der altprovenzalischen "Alba" überliefert, die das traurige Erwachen nach einer verbotenen Nacht schildern. Manche datieren ihn aufgrund einer Analogie zu einem Text von Winterstetten erst in die 2. Hälfte des 13. Jh. - dies ist jedochaufgrund des Sprachtons, der engen Beziehung zur französischen Tradition und der ungekünstelten Form eher unwahrscheinlich. 
 
REINMAR VON HAGENAU (Wende 12./13. Jh.)
Er führt die Schilderung des entsagungsvollen Minnedienstes zu ihrer höchsten Blüte. Eine geradezu masochistische Lust am Leiden zieht sich durch seine Werke, die vom erfolglosen Streben nach der Gunst der Herrin handeln. Hier steht mehr dazu! (von Dr. Lothar Jahn)
 
WALTHER VON DER VOGELWEIDE (ca. 1170 - 1230)
Er ist heute der bekannteste der Minnesänger. Eine große Zahl von Minneliedern ist überliefert, leider nur sehr wenig Notenmaterial. Er ist Schöpfer von Meisterwerken wie "Under der linden" und dem "Palästinalied", dem heute wohl bekanntesten Lied des Mittelalters. Hier steht mehr dazu! (von Dr. Lothar Jahn) Und noch mehr! (Bibliotheca Augustana) 
 
WOLFRAM VON ESCHENBACH (ca. 1190 - 1220)
Der Dichter des "Parzival" hat wenige Lieder geschrieben, zumeist Tagelieder. Diese Gattung, die in Spannung zum Hohen Sang steht, weil sie von der heimlichen Erfüllung der Liebe in einer verbotenen Nacht zwischen Ritter und Herrin spricht, kommt bei ihm zur vollen Blüte. Hier steht mehr dazu! (vom Projekt Gutenberg-DE) Und noch mehr! (Bibliotheca Augustana)
 
NEIDHART VON REUENTAL (ca. 1180 - 1240)
Neidhart ist ein Meister der lyrischen Form, füllt aber das Minnelied mit neuen Inhalten: Das pralle dörfliche Leben wird in drastischen Farben gemalt, Zwistigkeiten zwischen Rittern und "Dörpern" nehmen großen Raum in seinem Schaffen ein. Es gibt viele unter seinem Namen überlieferte Lieder mit Notation. Hier steht mehr dazu! (von Dr. Lothar Jahn)
 
ULRICH VON SINGENBERG (erstes Drittel 13. Jh.)
Der Schweizer Minnesänger ist ein Mann der Mäßigung, der sich als Schüler Walthers sieht und seine Klage über den Niedergang des höfischen Sangs fortführt. Er stellt sich den Trends seiner Zeit zu Parodie und Ironie entschieden entgegen und hält fest an den Traditionen höfischer Selbstrepräsentation.
 
OTTO VON BOTENLAUBEN (ca. 1190 - 1245)
Er hat sehr unterschiedliche Lieder in seiner langen Schaffenszeit hinterlassen. Ähnlich wie bei Wolfram von Eschenbach sind vor allem die Tagelieder Ottos von hoher Bedeutung. Doch bei ihm lehnen sich die Liebenden nicht gegen die gesellschaftlichen Zwänge auf, der Wächter und mit ihm die Stimme der "Vernunft" behält die Oberhand. Hier steht mehr dazu! (von "Minnesang und Schwerterklang")
 
DER MARKGRAF VON HOHENBURG (ca. 1200 - 1245)
Nur wenige Lieder sind von diesem Dichter überliefert, ein Teil auch unter anderen Dichternamen. Am bekanntesten ist sein Tagelied in Dialogform zwischen Herrin und Wächter: Dieser fordert sie dazu auf, den bei ihr liegenden Ritter zu wecken, damit der sich rechtzeitig in Sicherheit bringen kann. Doch die Herrin will sich nicht von dem Geliebten trennen. Hier steht mehr dazu! (von Peter Weinreich, im Rahmen einer Abhandlung zum Thema "Tagelied")
 
HILTBOLT VON SCHWANGAU (1. Hälfte 13. Jh.)
Von Hiltbolt gibt es Lieder, die in den Frühformen des Minnesangs wurzeln, aber auch Werke, die die Neidhartschen parodistischen Impulse aufnehmen: So sein Tanzlied, dass eine Minne-Preisung der Herrin im Reinmar-Stil mit einem tänzerischen Refrain kontrastiert, in dem die schönen Tänzerinnen Elle und Else gelobt werden. Hier steht mehr dazu!(von Dr. Lothar Jahn)

DER TUGENDHAFTE SCHREIBER (1. Hälfte 13. Jh.)
Der tugendhafte Schreiber gilt als Teilnehmer beim Sängerkrieg auf der Wartburg, dort ist er in mehreren Handschriften erwähnt und auch auf dem Bild in der Manessehandschrift ist er zu sehen. 12 Minnelieder sind ebenfalls in der Handschrift überliefert, er hat sogar Mendelssohn zu einer Komposition inspiriert. Hier steht mehr dazu!(von Dr. Lothar Jahn)
 
BURKHART VON HOHENFELS (zw. 1220 und 1240)
Auch Burkhart beherrscht die klassischen Formen und Traditionen, öffnet sich jedoch auch dem Stilwandel - weg vom Verharren in der Klage, hin zum Sinnlich-Derben und Tänzerischem.

VON OBERNBURG (wahrscheinlich 13. Jh.)
Sämtliche Lieder des Von Obernburg sind konventionelle Minneklagen, in denen die Minnebemühungen und deren Vergeblichkeit in mehreren Varianten besungen werden.  Sein schmales Werk, das insgesamt 20 Strophen auf sieben Liedern verteilt umfasst, ist nur in der Großen Heidelberger Liederhandschrift, dem Codex Manesse, überliefert. Hier steht mehr dazu!(von Frank Wunderlich)

GOTTFRIED VON NEIFFEN (zw. 1230 und 1255)
Gottfried von Neiffen ist ein Meister der Sprache und der Form. Er jongliert mit Reimen und raffinierten sprachlichen Gebilden, ohne dass dies bei ihm aufgesetzt und artifiziell wirkt, sondern stets Leichtigkeit und Grazie ausstrahlt. Er greift die alten Muster und Themen auf, ohne eigene neue Inhalte zu prägen, bringt sie jedoch in neue, interessante Formen. Hier steht mehr dazu! (von www.pinselpark.de) 
 
KRISTAN VON HAMLE (um 1225)
Einer der wenigen Minnesänger aus dem Thüringer Raum. Er stellt sich in die Tradition des großen Heinrich von Morungen. Berühmt ist sein Gedicht über den Anger, der genussvoll den Schritt der Herrin spürt und den der Minnesänger sich zum Verbündeten machen möchte, um das Herz der Angebeteten zu gewinnen. Eine merkwürdige Variation und Fortspinnung des üblichen "Natur-Eingangs" der Minnelieder.

ULRICH VON LICHTENSTEIN (ca. 1220 bis 1275)
Von Ulrich sind ca. 60 Lieder überliefert. Er fügte seine Lieder auch in ein größeres Epos, der Erzählung "Frauendienst" ein. Er verarbeitet und zitiert die Klassiker des Minnesangs wie Reinmar und Walther - meist in eher konventioneller Weise. Origineller sind seine tänzerischen Lieder, die die Schönheit der sommerlichen Landschaft und das Glück erfüllter Liebe auf den Punkt bringen. Hier steht mehr dazu! (von "Dulamans Vröudenton")
 
TANHUSER(ca. 1230 - 1270)
Der Tanhuser parodiert wie Neidhart von Reuental die traditionellen Formen des Minnesangs, doch fehlt ihm die Bitterkeit Neidharts. In seinen Liedern herrscht ein beschwingter, fröhlicher Unterton vor. Hier steht mehr dazu! (von Dr. Lothar Jahn)
 
ULRICH VON WINTERSTETTEN (ca. 1240 - 1280)
Er kommt aus dem Kreis um Burkhard von Hohenfels und Gottfried von Neifen - im Formalen wächst er gar über sie hinaus, das Spiel mit den Formen reizt ihn. Thematisch ist er originell, manchmal auch derb und sinnlich. Hier ist der Neidhart-Einfluss deutlich spürbar. Hier steht mehr dazu! (von Dr. Lothar Jahn)
 
GEDRUT (Geltar) (Mitte 13. Jh.)
In derben, handfesten, oft obszönen Strophen machte sich der fahrende Sänger Gedrut oder Geltar über die höfischen Künste der Minnesänger lustig. Er gilt als einer der Vertreter des "Gegengesangs" (Brackert).
 
DER KOL VON NIUNZEN (zweites Viertel 13. Jh.)
Wie Gedrut ist er ein typischer Vertreter des Gegengesangs, der sich seinen Spaß mit den hohen Herren und ihren Minneritualen macht. Berühmt ist sein Lied "Ich saz bî miner frouwen", in dem er die Hörer in die Irre lockt: Er beginnt mit eindeutig-zweideutigen Anspielungen, die er dann aber in harmlose Minneklagen überführt. Hier steht mehr dazu! (von Dr. Lothar Jahn)
 
KONRAD VON WÜRZBURG (ca. 1225 bis 1287)
Im Rahmen seiner Dichtungen nehmen die 25 Minnelieder zwar nur einen kleinen Raum ein, doch dabei wird er zum Virtuosen der Form. Thematisch führt er die alten Konventionen weiter, formal geht er weiter als jeder andere Dichter des Minnesangs, bis in die Künstlichkeit hinein. Ihm gelang z.B. ein Lied, bei dem sich jede Silbe einer Zeile auf eine Silbe in der Folgezeile reimt ("Swâ tac er- schînen sol zwein liuten").Hier steht mehr dazu! (Bibliotheca Augustana)
 
HEINRICH VON MEISSEN ("Frauenlob")
(ca. 1250 - 1318)
"Frauenlob" führt die Minnesangtradition fort, als hätte es die Parodisten und Kritiker nie gegeben. Wie viele Dichter fürstlichen Geblüts hält er an den Konventionen fest - voller Sehnsucht nach einer besseren Zeit geordneter Werte. Er gilt als Begründer der Meistersinger-Tradition. Hier steht mehr dazu! (Wikipedia) 
 
REINMAR VON BRENNENBERG
(Mitte 13. Jh.)
Der "Brennenberger" preist die edle Dame ganz im Stil der alten Meister, er liebt und leidet und beklagt den Tod der alten Meister von Reinmar über Walther bis hin zu Johannsdorf und Friedrich von Hausen. Keiner könne ihnen noch das Wasser reichen. Hier steht mehr dazu! (von Frank S. Wunderlich) 

SÜEZKIND VON TRIMPERG (zweite Hälfte 13. Jh.)
Süezkind "der Jude" von Trimperg ist der einzige heute noch bekannte jüdische Dichter des Mittelalters aus dem deutschen Sprachbereich. Der fahrende Sänger hat mehrere Sangsprüche in der Tradition Walther von der Vogelweides hinterlassen. Hier steht mehr dazu! (Bibliotheca Augusta)

DER WILDE ALEXANDER (zweite Hälfte 13. Jh.)
Der wilde Alexander, auch "Meister Alexander", liebte Texte voller Rätsel und dunkler Bilder und verwies auf die tieftraurige Tradition des Minnesangs bis Reinmar von Hagenau. Sein "Owe" - in der Jenaer Liederhandschrift mit Melodie überliefert - ist eines der traurigsten Minnelieder überhaupt. Hier steht mehr dazu! (von Dr. Lothar Jahn).
 
WIZLAW VON RÜGEN (ca. 1265 - 1325)
Er ist der einzige überlieferte Minnesänger von der Ostseeküste. Der "Sängerkönig" ist kein Freund von Liedern, in denen sich der minnende Ritter lediglich entsagungsvoll an seiner Angebeteten verzehrt, sondern hat sehr natürliche, wirklichkeitsnahe und lebendige Vorstellungen. Es gibt mehr als ein Dutzend mit Notation überlieferte Lieder. Hier steht mehr dazu! (von Jens Ruge) Mehr zu Wizlaws Musik (von Dr. Lothar Jahn).
 
KRAFT VON TOGGENBURG (Anfang 14. Jh.)
Der Schweizer ist ein Nachahmer Gottfried von Neifens, der aber einen eigenständigen Stil entwickelte. Berühmt ist das Bild in der Manessischen Liederhandschrift, das den Sänger als wagemutigen Kletterer zeigt, der zum Turmzimmer der weit über ihm stehenden Herrin hochkraxelt - freihändig. Sie lockt ihm mit dem Kränzelein, doch das ganze sieht so aus als würde die Leiter gleich umstürzen und das Minne-Werben bleibt so erfolglos, wie in den Liedern des Sängers. Hier geht's zum Bild! (Quelle: Uni Heidelberg)
 
DER MÖNCH VON SALZBURG (2. Hälfte 14. Jh.)
Mehr als Hundert Lieder sind unter dem Namen dem Mönchen überliefert, etwa je zur Hälfte geistlicher und weltlicher Natur. Einige mutmaßen gar, er sei mit dem Erzbischof Pilgrim II identisch, der sich das Pseudonym gab, um über die Liebe zu schreiben. In seinem Falkenlied variiert er eines der ersten Motive des deutschen Minnesangs fort (siehe von Kürenberg), im "Kühhorn"-Lied beschreibt er die körperliche Liebe zwischen Magd und Knecht. Hier steht mehr dazu! (von "Dulamans Vröudenton")
 
OSWALD VON WOLKENSTEIN (ca. 1377 bis 1445)
Er ist der Letzte der Minnesänger. Er greift noch einmal um 1400 auf die Stilmittel einer verflossenen Epoche zurück, bringt sie zu neuerVollendung und verbindet sie mit kompositorischen Neuerungen und deftigem Sprachwitz. Hier steht mehr dazu! (von Dr. Lothar Jahn)
 
Die Vorstellung der Minnesänger wird ständig fortgesetzt. Wer Anregungen und Anmerkungen hat, maile die Texte oder Links an minnesang.com. Für Informationen und interessante Websites bedanke ich mich bei allen hier Zitierten und Verlinkten, vor allem aber bei Helmut Brackert (Herausgeber der sehr umfassenden "Minnesang"-Anthologie), Walter Koschorreck ("Minnesinger"), Dulamans Vröudenton, Jens Ruge, den Freyburger Spielleyt, dem Ensemble für frühe Musik Augsburg und natürlich meinen Mitmusikern vom Musiktheater Dingo. Schließlich geht mein Dank an meinen Deutschlehrer Klaus Keimer, der mir früh den Weg in die Welt in die Minnesangs wies, in die ich nach langem Umherirren mehr als zwei Jahrzehnte später zurückkehren durfte.