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Erschienen am  6. Juli 2006
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Schlitzer Bote 06. Juli 2006
Minnesänger-Wettstreit

Am 15. Juli auf Burg Falkenstein
REGION (loja). Am Samstag, dem 15. Juli 2006, wird auf Burg Falkenstein im Ostharz der diesjährige Minnesänger-Wettstreit über die Bühne gehen, präsentiert von der Mittelalterzeitschrift Karfunkel und der Internet-Plattform www.minnesang.com! Sieben Sänger werden versuchen, das Herz der Burgherrin zu betören und vor dem gestrengen Criticus Meister Frauenlob zu bestehen. Die Sänger kommen von allüberall aus Deutschen Landen angereist: aus Berlin, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Hessen, ja sogar aus Österreich. Hier wurde in diesem Jahr erneut Thomas Schallaböck aus Salzburg nominiert.
Nach dem großen Erfolg der Premiere auf der bayrischen Burg Falkenstein im Vorjahr ist nun der Namensvetter im Harz Austragungsort. "800 Jahre Sängerkrieg" ist das Motto der diesjährigen Veranstaltung. Die Sänger werden in ihren Beiträgen an die Minnesänger von damals erinnern - an Wolfram von Eschenbach, Walther von der Vogelweide, den tugendhaften Schreiber, den alten Reinmar und Klingsor von Ungarland, um nur einige Namen zu nennen. Im Pflichtteil werden alle Sänger ein Lied darbieten, das den Klassikern von der Wartburg gewidmet ist. In der Kür darf dann jeder ein zu Herzen gehendes Minnelied der eigenen Wahl vorstellen. Neben dem Hauptpreis gibt es auch in diesem Jahr einen Publikumspreis - jeder Besucher darf also für den Sänger seiner Wahl die Stimme abgeben.

Die Legende vom Sängerkrieg

Vor 800 Jahren, so sagen es die alten Legenden, fanden sich berühmte Sänger am Hofe des Thüringer Landgrafen ein, um ihre Lieder zu singen, den Fürsten zu preisen und in weisen Rätseln miteinander zu streiten. Es waren die Herren Reinmar, Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach, Biterolf, Der tugendhafte Schreiber und Heinrich von Ofterdingen. Der Letztgenannte machte sich seinen Gastgeber und die anderen Sänger zum Feind, indem er den Fürsten Leopold VI. von Österreich als den größten aller Fürsten pries. Schon sollte der Henker Stempfel zur Tat schreiten, um den unbotsmäßigen Sänger seiner gerechten Strafe zuzuführen, da flüchtete dieser sich unter den Schutz der Landesherrin Sophie. Sie sorgte dafür, dass Heinrich eine Frist von einem Jahr gewährt wurde: In dieser Zeit sollte er den großen Sänger Klingsor von Ungarland an den Hof holen, dieser sollte über Heinrichs Schicksal entscheiden. Klingsor kam, gab Heinrich seine Unterstützung, und prophezeite die Geburt der Heiligen Elisabeth, die vom Thüringer Hof aus als heller Stern erstrahlen sollte. An die alten Legenden vom Sängerkrieg, die in vielen mittelalterlichen Handschriften zu finden sind, und später die Dichter der Romantik beflügelten, erinnert der diesjährige Minnesänger-Wettstreit. Die beteiligten Sänger werden im ersten Teil in die Rollen der damaligen Protagonisten schlüpfen und deren Lieder zu Gehör bringen.

Der Interpret aus Schlitz

Michael Hoffkamp kommt aus der mittelalterlichem Burgenstadt Schlitz. Dort ist er auch als musikalischer Stadtführer im historischen Gewand mit seiner Laute unterwegs. Lieder dienen bei ihm als Transportmedium von Gefühlen, die dem Publikum mitgeteilt werden sollen, damit der Zuhörer im Herzen mitschwingen kann. Der Schmerz unerfüllter Sehnsucht ist eine Sache, die er als Sänger sowohl in alten als auch in neuen Liedern unserer Zeit findet und nachempfinden kann. Schmerz, Leid, liebende Verehrung und auch Selbstkasteiung sind Gefühle, die immer noch aktuell bleiben. Er schlüpft auf Burg Falkenstein in die Rolle des "tugendhaften Schreibers", der ein Loblied auf die Nachtigall singt. Im zweiten Teil preist er die Anmut der Herrin, singt aber auch von seinen geheimsten Wünschen.

Die anderen Mitwirkenden

Aus Berlin kommt Hans Hegner nach Falkenstein gereist. Er wird in die Rolle des wohl bekanntesten Minnesängers Walther von der Vogelweide schlüpfen. Aus Österreich kommt Thomas Schallaböck: Er spielt den wilden Biterolf. Mit klassischem Bass beeindruckt Jochen Faulhammer aus Gudensberg: Er verkörpert den ungarischen Meistersänger Klingsor. Die Rolle des Provokateurs Heinrich von Ofterdingen übernimmt Gisbert Ostermann, der aus dem westfälischen Willebadessen stammt. Aus Schönow in Brandenburg reist Wilfried Staufenbiel an, er wird "Reinmar, den Alten" verkörpern, den Wiener Lehrer Walther von der Vogelweides. Schließlich ist auch der Sieger vom letzten Jahr, Frank Wunderlich aus dem Frankenlande, wieder dabei. Er wird in die Rolle des bekannten Parzeval-Dichters Wolfram von Eschenbach schlüpfen.
Kritisch beäugt werden sie alle vom gestrengen Meister Frauenlob (verkörpert von Peter Will), der durch den Abend führt. Die musikalische Begleitung bieten die Spielleute vom Kasseler Musiktheater Dingo mit großem historischen Instrumentarium, verstärkt um Peter Rauter (Bassflöte, Dulamans Vröudenton), Ursel Peters (Cister, Fundevogel) und Sabine Reinhardt (Harfe). Regie übernimmt Susanne Zindel, die auch die Sage vom Sängerkrieg erzählen wird. Die künstlerische Gesamtleitung liegt wie im Vorjahr in den Händen von Dr. Lothar Jahn.
Die Tickets für den Minnesänger-Wettstreit gibt es für 15 Euro. Reservierungen unter: Museum Burg Falkenstein, 06543 Burg Falkenstein, Tel. 034743-535590, Fax 034743/ 5355920. E-Mail: Museum-Burg-Falkenstein@t-online.de. Internet: www.burg-falkenstein.de.
Informationen zum Wettstreit und eine CD zum Minnesänger-Wettstreit gibt es unter www.minnesang.com.
 

 
Alle Sänger des Wettstreites.