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| © H. Guntrum II. GmbH & Co. KG |
Erschienen am 6. Juli 2006
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Schlitzer Bote 06. Juli
2006
Minnesänger-Wettstreit
Am 15. Juli auf Burg Falkenstein
Die Legende vom Sängerkrieg Vor 800 Jahren, so sagen es die alten Legenden, fanden sich berühmte Sänger am Hofe des Thüringer Landgrafen ein, um ihre Lieder zu singen, den Fürsten zu preisen und in weisen Rätseln miteinander zu streiten. Es waren die Herren Reinmar, Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach, Biterolf, Der tugendhafte Schreiber und Heinrich von Ofterdingen. Der Letztgenannte machte sich seinen Gastgeber und die anderen Sänger zum Feind, indem er den Fürsten Leopold VI. von Österreich als den größten aller Fürsten pries. Schon sollte der Henker Stempfel zur Tat schreiten, um den unbotsmäßigen Sänger seiner gerechten Strafe zuzuführen, da flüchtete dieser sich unter den Schutz der Landesherrin Sophie. Sie sorgte dafür, dass Heinrich eine Frist von einem Jahr gewährt wurde: In dieser Zeit sollte er den großen Sänger Klingsor von Ungarland an den Hof holen, dieser sollte über Heinrichs Schicksal entscheiden. Klingsor kam, gab Heinrich seine Unterstützung, und prophezeite die Geburt der Heiligen Elisabeth, die vom Thüringer Hof aus als heller Stern erstrahlen sollte. An die alten Legenden vom Sängerkrieg, die in vielen mittelalterlichen Handschriften zu finden sind, und später die Dichter der Romantik beflügelten, erinnert der diesjährige Minnesänger-Wettstreit. Die beteiligten Sänger werden im ersten Teil in die Rollen der damaligen Protagonisten schlüpfen und deren Lieder zu Gehör bringen. Der Interpret aus Schlitz Michael Hoffkamp kommt aus der mittelalterlichem Burgenstadt Schlitz. Dort ist er auch als musikalischer Stadtführer im historischen Gewand mit seiner Laute unterwegs. Lieder dienen bei ihm als Transportmedium von Gefühlen, die dem Publikum mitgeteilt werden sollen, damit der Zuhörer im Herzen mitschwingen kann. Der Schmerz unerfüllter Sehnsucht ist eine Sache, die er als Sänger sowohl in alten als auch in neuen Liedern unserer Zeit findet und nachempfinden kann. Schmerz, Leid, liebende Verehrung und auch Selbstkasteiung sind Gefühle, die immer noch aktuell bleiben. Er schlüpft auf Burg Falkenstein in die Rolle des "tugendhaften Schreibers", der ein Loblied auf die Nachtigall singt. Im zweiten Teil preist er die Anmut der Herrin, singt aber auch von seinen geheimsten Wünschen. Die anderen Mitwirkenden Aus Berlin kommt Hans Hegner nach Falkenstein gereist. Er wird in die
Rolle des wohl bekanntesten Minnesängers Walther von der Vogelweide
schlüpfen. Aus Österreich kommt Thomas Schallaböck: Er spielt
den wilden Biterolf. Mit klassischem Bass beeindruckt Jochen Faulhammer
aus Gudensberg: Er verkörpert den ungarischen Meistersänger Klingsor.
Die Rolle des Provokateurs Heinrich von Ofterdingen übernimmt Gisbert
Ostermann, der aus dem westfälischen Willebadessen stammt. Aus Schönow
in Brandenburg reist Wilfried Staufenbiel an, er wird "Reinmar, den Alten"
verkörpern, den Wiener Lehrer Walther von der Vogelweides. Schließlich
ist auch der Sieger vom letzten Jahr, Frank Wunderlich aus dem Frankenlande,
wieder dabei. Er wird in die Rolle des bekannten Parzeval-Dichters Wolfram
von Eschenbach schlüpfen.
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