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Erschienen am Dienstag, den 18. Juli 2006
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Publikumspreis geht an Sänger Michael Hoffkamp aus Schlitz 
Minnesängerwettstreit 2006 entschieden

SCHLITZ (SB). Der zweite große Minnesänger-Wettstreit, der von der Mittelalterzeitschrift Karfunkel und der Internetplattform www.minnesang.com präsentiert wurde, ging am 15. Juli im malerischen Innenhof von Burg Falkenstein im Ostharz über die Bühne.

Gebannt lauschten Zuschauer, die aus nah und fern zur Burg angereist kamen, den stilechten Liedvorträgen von sieben Sängern aus ganz Deutschland und Österreich: Damit wurde an den legendären Sängerkrieg auf der Wartburg vor 800 Jahren erinnert.
Der Hauptpreis ging an Jochen Faulhammer aus Gudensberg, der in die Rolle des zauberhaften Klingsor geschlüpft war: Ihm gelang es, das Herz der Burgherrin zu erobern, heißt es in einer Pressemitteilung des Veranstalters.
Den Publikumspreis erhielt der Barde Michael Hoffkamp aus Schlitz, der sich als "tugendhafter Schreiber" präsentierte.
Selbst der Criticus der Sänger, der gestrenge Meister Frauenlob, hielt den Atem an, als Jochen Faulhammer mit stolzem Bass den "schwarzen Ton" des Minnesängers und Zauberers Klingsor von Ungarland vorgetragen hatte. Ihm stockte allerdings auch der Atem, als Publikumssieger Michael Hoffkamp mit den Worten Wizlaw von Rügens seine geheimsten Sehnsüchte offengelegt hatte: "Ach, wenn ich sie nur hätt' endlich in meinem Bett".
Doch mochte der stets unzufriedene Kritiker und Moderator die Sänger auch tadeln und rügen und nach dem anwesenden Henker Stempfel rufen, die Entscheidung fällten die Burgherrin und das Publikum.
Die hatten die schwere Qual der Wahl: Sieben erfahrene Sangeskünstler bewiesen, dass das Minnelied alles andere ist als eine tote Kunst.
Neben den beiden Siegern waren Thomas Schallaböck (Salzburg), Hans Hegner (Berlin), Gisbert Ostermann (Willebadessen), Frank Wunderlich (Lützelbach) und Wilfried Staufenbiel (Schönow) in den Ostharz gereist.
Sie zeigten auf erstaunliche Weise, wie unterschiedlich man das mittelalterliche Liedgut darbieten kann.
Für die stets stilvolle Begleitung sorgten die Spielleute vom Musiktheater Dingo, verstärkt durch Gäste aus Berlin, Gotha und Salzburg mit einem großen mittelalterlichen Instrumentarium von Rauschpfeife über Zister, Leier und Dudelsack bis hin zu Laute, Flöte und Harfe.
Der Veranstalter und Burgherr Joachim Schymalla zeigte sich begeistert und beglückt vom hohen Niveau der Veranstaltung und der positiven Resonanz.
Der nächste Termin für den jährlich stattfindenden Minnesänger-Wettstreit steht übrigens schon fest: Er wird am 25.8.2007 auf der Burg von Spangenberg als Abschluss des nordhessischen Kultursommers stattfinden. Mehr dazu unter www.minnesang.com!
Michael Hoffkamp wurde 1974 geboren. Er kam erst auf Umwegen zum Thema Minnesang. Jahrelang war der Wunsch da, das große Interesse an historischen Themen und das sehr intensiv betriebene Hobby Musik miteinander zu verbinden.
1996 zog er aus beruflichen Gründen in die mittelalterliche Burgenstadt Schlitz im Vogelsbergkreis, die mit ihrem eindrucksvollen alten historischen Stadtkern ein ganz besonderes Flair vermittelt.
Dort entschloss er sich zum Kauf einer wunderschönen alten Laute und begann sich intensiv mit mittelalterlichem Liedgut auseinanderzusetzen.
Daneben schreibt er auch selbst Texte und Melodien - so trug er auf Burg Falkenstein eine Eigenvertonung eines traurigen Minneliedes aus der Feder des "tugendhaften Schreibers" vor.
In einer musikalischen Stadtführung singt er eigene Lieder zu historischen Ereignissen der Stadt Schlitz, pflegt aber auch die alten Volkslieder.
Der Barde, Liedermacher und musikalische Stadtführer verfügt über ein großes Spektrum: Neben gefühlvollen Gesängen jeder Art steht das freche Spielmanns- und Mitmachlied.
Mit dieser Mischung überzeugte er auch in Falkenstein sein Publikum: Nach seinem unendlich traurigen Minnelied bot er im zweiten Teil zum großen Vergnügen des Publikums ein frech-frivoles Werk des Sängers Wizlaw von Rügen dar.


Michael Hoffkamp