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Publikumspreis
geht an Sänger Michael Hoffkamp aus Schlitz
Minnesängerwettstreit
2006 entschieden
SCHLITZ (SB). Der zweite große Minnesänger-Wettstreit, der von
der Mittelalterzeitschrift Karfunkel und der Internetplattform www.minnesang.com
präsentiert wurde, ging am 15. Juli im malerischen Innenhof von Burg
Falkenstein im Ostharz über die Bühne.
Gebannt lauschten Zuschauer, die aus nah und fern zur Burg angereist
kamen, den stilechten Liedvorträgen von sieben Sängern aus ganz
Deutschland und Österreich: Damit wurde an den legendären Sängerkrieg
auf der Wartburg vor 800 Jahren erinnert.
Der Hauptpreis ging an Jochen Faulhammer aus Gudensberg, der in die
Rolle des zauberhaften Klingsor geschlüpft war: Ihm gelang es, das
Herz der Burgherrin zu erobern, heißt es in einer Pressemitteilung
des Veranstalters.
Den Publikumspreis erhielt der Barde Michael Hoffkamp aus Schlitz,
der sich als "tugendhafter Schreiber" präsentierte.
Selbst der Criticus der Sänger, der gestrenge Meister Frauenlob,
hielt den Atem an, als Jochen Faulhammer mit stolzem Bass den "schwarzen
Ton" des Minnesängers und Zauberers Klingsor von Ungarland vorgetragen
hatte. Ihm stockte allerdings auch der Atem, als Publikumssieger Michael
Hoffkamp mit den Worten Wizlaw von Rügens seine geheimsten Sehnsüchte
offengelegt hatte: "Ach, wenn ich sie nur hätt' endlich in meinem
Bett".
Doch mochte der stets unzufriedene Kritiker und Moderator die Sänger
auch tadeln und rügen und nach dem anwesenden Henker Stempfel rufen,
die Entscheidung fällten die Burgherrin und das Publikum.
Die hatten die schwere Qual der Wahl: Sieben erfahrene Sangeskünstler
bewiesen, dass das Minnelied alles andere ist als eine tote Kunst.
Neben den beiden Siegern waren Thomas Schallaböck (Salzburg),
Hans Hegner (Berlin), Gisbert Ostermann (Willebadessen), Frank Wunderlich
(Lützelbach) und Wilfried Staufenbiel (Schönow) in den Ostharz
gereist.
Sie zeigten auf erstaunliche Weise, wie unterschiedlich man das mittelalterliche
Liedgut darbieten kann.
Für die stets stilvolle Begleitung sorgten die Spielleute vom
Musiktheater Dingo, verstärkt durch Gäste aus Berlin, Gotha und
Salzburg mit einem großen mittelalterlichen Instrumentarium von Rauschpfeife
über Zister, Leier und Dudelsack bis hin zu Laute, Flöte und
Harfe.
Der Veranstalter und Burgherr Joachim Schymalla zeigte sich begeistert
und beglückt vom hohen Niveau der Veranstaltung und der positiven
Resonanz.
Der nächste Termin für den jährlich stattfindenden Minnesänger-Wettstreit
steht übrigens schon fest: Er wird am 25.8.2007 auf der Burg von Spangenberg
als Abschluss des nordhessischen Kultursommers stattfinden. Mehr dazu unter
www.minnesang.com!
Michael Hoffkamp wurde 1974 geboren. Er kam erst auf Umwegen zum Thema
Minnesang. Jahrelang war der Wunsch da, das große Interesse an historischen
Themen und das sehr intensiv betriebene Hobby Musik miteinander zu verbinden.
1996 zog er aus beruflichen Gründen in die mittelalterliche Burgenstadt
Schlitz im Vogelsbergkreis, die mit ihrem eindrucksvollen alten historischen
Stadtkern ein ganz besonderes Flair vermittelt.
Dort entschloss er sich zum Kauf einer wunderschönen alten Laute
und begann sich intensiv mit mittelalterlichem Liedgut auseinanderzusetzen.
Daneben schreibt er auch selbst Texte und Melodien - so trug er auf
Burg Falkenstein eine Eigenvertonung eines traurigen Minneliedes aus der
Feder des "tugendhaften Schreibers" vor.
In einer musikalischen Stadtführung singt er eigene Lieder zu
historischen Ereignissen der Stadt Schlitz, pflegt aber auch die alten
Volkslieder.
Der Barde, Liedermacher und musikalische Stadtführer verfügt
über ein großes Spektrum: Neben gefühlvollen Gesängen
jeder Art steht das freche Spielmanns- und Mitmachlied.
Mit dieser Mischung überzeugte er auch in Falkenstein sein Publikum:
Nach seinem unendlich traurigen Minnelied bot er im zweiten Teil zum großen
Vergnügen des Publikums ein frech-frivoles Werk des Sängers Wizlaw
von Rügen dar.
Michael Hoffkamp
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