
DIE
WÜRFEL SIND GEFALLEN!
Am Samstag, dem 15. Juli 2006, fiel auf Burg Falkenstein im
Harz die Entscheidung beim Minnesänger-Wettstreit 2006: Die Burgherrin
ließ ihr Herz sprechen und gab den Lorbeerkranz an den stolzen Bassbariton
Jochen Faulhammer aus Gudensberg. Er darf sich nun "Minnesänger des
Jahres" nennen - gekürt von der Mittelalterzeitschrift Karfunkel und
www.minnesang.com.
"800 Jahre Sängerkrieg" war das Motto der Veranstaltung. Die Sänger erinnerten in ihren Beiträgen an die Minnesänger von der Wartburg - Vorjahressieger Frank Wunderlich aus Lützelbach gab den Wolfram von Eschenbach. Hans Hegner überzeugte als Walther von der Vogelweide, den tugendhaften Schreiber stellte Michael Hoffkamp dar, der den Publikumspreis erhielt. Reinmar, der Alte, wurde in all seinem Kummer und Herzeleid von Wilfried Staufenbiel zu neuem Leben erweckt. Der bitterböse Biterolf wurde auf markant-satirische Weise von Thomas Schallaböck (Salzburg) vorgestellt. Gisbert Ostermann verkörperte Heinrich von Ofterdingen, der kräftig ins Fettnäpfchen trat, als er den Österreicher Herzog Leopold über den Herrscher der Wartburg stellte. Die magische Nummer Sieben schließlich war Jochen Faulhammer, der als Zauberer und Meistersänger den Sängerstreit schlichten musste. Für viel Unterhaltung sorgten der Criticus Frauenlob (Peter Will), der mit klugen Kommentaren durch den Abend führte, und der Henker Stempfel (Bernd Bonnet), der begierig auf Sänger wartete, die in Ungnade gefallen waren.
Die wunderbare Burg im Ostharz, mitten im Wald gelegen, war ein idealer Ort: Der Burghof und das herrliche Sommerwetter gaben den richtigen Rahmen für einen durch und durch zauberhaften Sängerwettstreit. Das aus nah und fern erschienene Publikum war hellauf begeistert.
>> Sängerwettstreit 2006:Wer
war dabei?
>> Die Sieger beim
Sängerwettstreit 2006
>> Die Sieger beim
Sängerwettstreit 2005
>> CD zum
Minnesängerwettstreit
>> Pressespiegel:
Artikel
zum Wettstreit 2006
>> Pressespiegel: Artikel
zum Wettstreit 2005
>> Burg Falkenstein im Harz: Website
>> 1. Minnesängerwettstreit 2005: Rückblick
>> Präsentator Karfunkel: Website
>> Hintergrund: 800
Jahre Sängerkrieg
> 2007 findet der Wettbewerb als Abschluss
des Kultursommers Nordhessen statt - Termin: 25.8., Ort ist Spangenberg
im Schwalm-Eder-Kreis, Thema "Walther von der Vogelweide"!
> Die herrlichen Live-Fotos von Burg Falkenstein
2006 stammen von Berndt Püschel aus Neinstedt, die Fotos von 2005
stammen von K. Haubner, Cham. Vielen Dank dafür!
AUCH FÜR DIE KOMMENDEN MINNESÄNGER-WETTSTREITE
WERDEN STILVOLLE BURGEN UND ÖRTLICHE AUSRICHTER GESUCHT.
Bei Interesse
Mail an Dr. Lothar Jahn als Organisator oder Anruf unter 05671-925355!!
800 JAHRE SÄNGERKRIEG
Vor 800 Jahren, so sagen es die alten Legenden, fanden sich berühmte Sänger am Hofe des Thüringer Landgrafen ein, um ihre Lieder zu singen, den Fürsten zu preisen und in weisen Rätseln miteinander zu streiten. Es waren die Herren Reinmar, Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach, Biterolf, Der tugendhafte Schreiber und Heinrich von Ofterdingen. Der Letztgenannte machte sich seinen Gastgeber und die anderen Sänger zum Feind, indem er den Fürsten Leopold VI. von Österreich als den größten aller Fürsten pries. Schon sollte der Henker Stempfel zur Tat schreiten, um den unbotsmäßigen Sänger seiner gerechten Strafe zuzuführen, da flüchtete dieser sich unter den Schutz der Landesherrin Sophie. Sie sorgte dafür, dass Heinrich eine Frist von einem Jahr gewährt wurde: In dieser Zeit sollte er den großen Sänger Klingsor von Ungarland an den Hof holen, dieser sollte über Heinrichs Schicksal entscheiden. Klingsor kam, gab Heinrich seine Unterstützung, und prophezeite die Geburt der Heiligen Elisabeth, die vom Thüringer Hof aus als heller Stern erstrahlen sollte.
An die alten Legenden vom Sängerkrieg, die in vielen mittelalterlichen Handschriften zu finden sind, und später die Dichter der Romantik beflügelten, erinnerte der diesjährige Minnesänger-Wettstreit. Die beteiligten Sänger schlüpften in die Rollen der damaligen Protagonisten schlüpfen und brachten deren Lieder zu Gehör. Im zweiten Teil durfte dann jeder eine besondere Perle des Mittelalters zum Erklingen bringen - das Spektrum reichte vom ganz frühen Minnesang (Bernger von Horheim) über Carmina Burana und Wizlaw von Rügen bis hin zu Oswald von Wolkenstein. In der Auszählpause zeigte Dagmar Jahn wie schon im Vorjahr als "Spielweib, schön und drall", dass auch Frauen des Minnesangs mächtig sind. Eine Hommage an die Burg waren ihre beiden Falkenlieder - das wunderschöne frühe Minnelied des Kürenbergers und die Falkenlied-Parodie des Mönchen von Salzburg.
Michael Hoffkamp, der Publikumssieger, ehrte den Vorjahressieger Frank Wunderlich in der Zugabe durch einen Vortrag von dessen Vertonung des Obernburg-Liedes "Ich bin in min herze wunt". Den Refrain stimmten alle Sänger gemeinsam an - durch den herrlichen Abend eher gesundet als verwundet im Herzen, selbst wenn sie nicht gewonnen hatten. Eine neue Runde des edlen Streites gibt es im Jahr 2007 - am 25.8. in Spangenberg in Nordhessen!
Jochen
Faulhammer, Jahrgang 1964, stammt aus Ersen, einem kleinen Dorf im sagen-
und märchenreichen Nordhessen, von dessen bewegter und umkämpfter
Mittelalterzeit noch viele Burgen und Burgruinen Zeugnis geben. Nach einer
Reihe von Lebens- und Studienjahren in Kassel und Bremen lebt er heute
mit seiner Familie in Gudensberg, etwas südlich von Kassel gelegen,
unmittelbar unterhalb der für Hessens Geschichte bedeutenden Ruine
der Obernburg. Vom markanten Scharfenstein her fällt jeden Morgen
die Sonne über die malerische Altstadt in sein Fenster. Er arbeitet
als Kirchenmusiker und freiberuflicher Sänger. Schon die Kasseler
Studienjahre waren vor allem durch die Beschäftigung mit der Musik
des 15. und 16.Jahrhunderts geprägt, die er mit Gleichgesinnten in
zahlreichen Konzerten zur Aufführung brachte, sowohl als Sänger,
wie als Chorleiter und Organist. In den Bremer Hochschuljahren kam die
singende Beschäftigung mit zeitgenössischem (einschließlich
zweier Uraufführungen) hinzu, wie auch Ausflüge in die Welt der
Oper. Die Freude an Schauspiel und Gesang zum einen, die Neugier auf noch
ältere Musik zum anderen, trieben ihn schließlich zum Musiktheater
Dingo. Dies brachte neben dem Wiedersehen mit alten Bekannten aus Hofgeismar
auch die Begegnung mit der reinen Minne und ihrer Musik, galt es
doch, als Reinmar von Hagenau singend von der unnahbaren Dame weg nach
Palästina zu ziehen. Jochen Faulhammer konzertierte auch bereits mit
mittelalterlicher Kirchenmusik. In Falkenstein überzeugte er mit als
zauberhaft-inniger Sänger Klingsor, zeigte aber auch eine andere Facette:
Mit seiner satirischen Interpretation eines Frauenlob-Liedes zog er den
selbstgerechten Kritiker der Sänger gekonnt durch den Kakao.
Michael
Hoffkamp wurde 1963 geboren. Er kam erst auf Umwegen zum Thema Minnesang.
Jahrelang war der Wunsch da, das grosse Interesse an historischen Themen
und das sehr intensiv betriebene Hobby Musik miteinander zu verbinden.
1996 zog er aus beruflichen Gründen in die mittelalterliche Burgenstadt
Schlitz im Vogelsbergkreis (Nähe Fulda), die mit ihrem eindrucksvollen
alten historischen Stadtkern ein ganz besonderes Flair vermittelt. Dort
entschloss er sich zum Kauf einer wunderschönen alten Laute und begann
sich intensiv mit mittelalterlichem Liedgut auseinanderzusetzen. Daneben
schreibt er auch selbst Texte und Melodien - so trug er auf Burg Falkenstein
eine Eigenvertonung eines traurigen Minneliedes aus der Feder des "tugendhaften
Schreibers" vor. In einer musikalischen Stadtführung singt er eigene
Lieder zu historischen Ereignissen der Stadt Schlitz, pflegt aber
auch die alten Volkslieder. Der Barde, Liedermacher und musikalische Stadtführer
verfügt über ein großes Spektrum: Neben gefühlvollen
Gesängen jeder Art steht das freche Spielmanns- und Mitmachlied. Mit
dieser Mischung überzeugte er auch in Falkenstein sein Publikum: Nach
seinem unendliche traurigen Minnelied bot er im zweiten Teil zum großen
Vergnügen
des Publikums ein frech- frivoles Werk des Sängers Wizlaw von Rügen
dar.
DER
SÄNGERWETTSTREIT 2006
![]() |
"Nun
ist sie da, die wild entschloss'ne Männerschar..." - drei attraktive
Damen (Dagmar Jahn, Gerda Weinreich und Claudia Heidl) begrüßten
die Sänger, die sich dem Streit stellen wollten. Die künstlerische
und organisatorische Leitung lag bei Dr. Lothar Jahn (links mit Laute im
Bild), der die Veranstaltung im Auftrag des Museums Burg Falkenstein
gestaltet hatte. Die Moderation und Kritik unterlag wieder dem großen
Meister Frauenlob, der von Peter Will (Bildmitte) mit Herzblut dargestellt
wurde.
Für die höchst vielseitige, aber immer stilgerechte Begleitung sorgten wie im Vorjahr die Spielleute vom Musiktheater Dingo mit ihrem historischem Instrumentarium, verstärkt durch Peter Rauter von "Dulamans Vröudenton", Ursel Peters vom Duo "Fundevogel" und die Harfenspielerin Sabine Reinhardt aus Gotha, die Susanne Zindel als Erzählerin der Wartburgsage dezent begleitete.
"Minnesänger-Wettstreit
2006": Wer war noch dabei?
![]() |
![]() |
![]() |
| Die
Burgherrin
Uta Schymalla musste entscheiden Pressefoto |
Thomas
M. Schallaböck
Der stolze Herr Biterolf Pressefoto |
Hans
Hegner
Walther von der Vogelweide Pressefoto |
![]() |
![]() |
![]() |
| Gisbert Ostermann
Heinrich von Ofterdingen Pressefoto |
Frank
S. Wunderlich
Wolfram von Eschenbach Pressefoto |
Wilfried
Staufenbiel
Reinmar von Hagenau Pressefoto |
![]() |
![]() |
![]() |
| Susanne Zindel
Sie las die uralte Sage vom Sängerkrieg Pressefoto |
Bernd Bonnet
Stempfel, der Henker von Eisenach Pressefoto |
Meister
Frauenlob
Peter Will brillierte als gestrenger Criticus Pressefoto |
Sabine Reinhardt Sie begleitetete die Erzählerin mit Harfenklängen Pressefoto |
Dagmar Jahn Singen Frauen schöner von der Minne? Pressefoto |
Lothar Jahn Gesamtleitung, Organisation und Laute Pressefoto |
Pressespiegel zum Minnesänger-Wettstreit
2006
Alte
Musik Mai 2006
Volksstimme
Magdeburg 12.7.06
Karfunkel
Online 4.7.06
Schlitzer
Bote 6.7.06
Mitteldeutsche
Zeitung Aschersleben 17.7.06
HNA Fritzlar-Homberg
18.7.06
Schlitzer
Bote 18.7.06
Der Minnesänger-Wettstreit im Radio
MDR 1 Radiomarkt 14.7., 11.15 Uhr
FFH 15.7.
MDR 1 16.7., 7.40 Uhr
HR 4 18.7.
...und im Fernsehen
MDR 14.7., 19 Uhr
Pressespiegel zum Minnesänger-Wettstreit 2005
HNA Hofgeismar
16.3.2005
Karfunkel 57
April/Mai 2005
Elendil-Interview
mit Musiktheater Dingo April 2005
Magister
Rother CD-Kritik 4-2005
Karfunkel Online 5.4.05
Bayerwald-Echo
5.5.2005
HNA 10.5.2005
Drehpunkt Kultur 10.5.05
Wildwechsel 05/05
Salzburger Nachrichten 13.5.05
Land und Leute
18.5.2005
ORF online 19.5.2005
Doppelpunkt 5/05
Paperoni
21.5.2005
Schlitzer
Bote 27.5.05
Kultur-Magazin
Juni 2005
Mittelalter
Online
Karfunkel 58 Juni/Juli 2005
City Offers
Regensburg Juni 2005
Donau-Post
1.6.2005
HNA Fritzlar
2.6.2005
Passauer
Neue Presse 2.6.05
Mittelbayerische Zeitung
2.6.2005
Donau-Post
2.6.2005
Mittelbayerische
Zeitung 3.6.2005
Donau-Post
Online 6.6.2005
Donau-Post
7.6.2005
Mittelbayerische
Zeitung 7.6.2005
HNA Fritzlar 9.6.05
Karfunkel Online 10.6.2005
Magister
Rother online Juni 2005
Salzburger Nachrichten 10.6.2005
Alte
Musik Bayern Juni 2005
Magister
Rother CD-Kritik van Langen Juni 2005
Mittelalter
Online Juni 2005
Karfunkel 59 August/September
2005
Karfunkel-Interview mit
Frank Wunderlich August/September 2005
Minnesang-com-Interview mit Marcus
van Langen August 2005
Orkus 09/05
Der Minnesänger-Wettstreit im Radio
HR 4, Mi 18.5.
BR 4 Klassik, Mi 1.6.
Radio Chadivari, Regensburg, Mi 1.6.
Radio Salzburg, Fr 3.6., 7 Uhr
WDR 5, Fr 3.6., 10.35
...und im Fernsehen
BR Rundschau Magazin, So 5.6., 21.15 Uhr
CD "Burg Falkenstein - Minnesänger-Wettstreit 2005"
Beim Label "Heckenreiter" ist eine CD zum Minnesänger-Wettstreit
2005 erschienen, sie enthält je zwei Beiträge von allen sieben
Teilnehmern des Wettstreits, als Zugabe gibt es ein Stück der Spielleute
vom Musiktheater Dingo, die die Veranstaltung begleitet haben. Ein Muss
für alle Freunde des Minnesangs!
Und das ist auf der CD (Spielzeit ca. eine Stunde) zu hören:
| 01 Der Kürenberger: Ich zôch mir
einen falken - Knud Seckel alias "Die Nachtigall vom
Neckartal"
02 Neidhart von Reuenthal: Meie din - Marcus van Langen alias "Der ewige Spielmann" 03 Von Obernburg: Ich bin in min herze wunt- Frank Wunderlich alias "Franz von Oberburg" 04 Der wilde Alexander: Ach und weh - Jochen Faulhammer alias "Ekkehard von Scharfenstein" 05 Neidhart von Reuenthal: Blozen wir den anger - Hans Hegner alias "Der Fundevogel" 06 Der Mönch von Salzburg: Das Kühhorn- Thomas M. Schallaböck alias "Thomasin von Salzburg" 07 Konrad von Würzburg: Herbst - Michael Hoffkamp alias "Michael vom Richtberg" 08 Wizlaw von Rügen: Der Herbst kommt- Die Spielleute vom Musiktheater Dingo 09 Oswald von Wolkenstein: Wach auff mein hort- Knud Seckel alias "Die Nachtigall vom Neckartal" 10 Walther von der Vogelweide: Wol mich der stunde - Marcus van Langen alias "Der ewige Spielmann" 11 Wizlaw von Rügen: Loybere risen - Frank Wunderlich alias "Franz von Oberburg" 12 Reinmar von Hagenau: Winterklage - Jochen Faulhammer alias "Ekkehard von Scharfenstein" 13 Wizlaw von Rügen: Der unghelarte/Nach der senenden claghe - Hans Hegner alias "Der Fundevogel" 14 Heinrich von Morungen: Nein, ja! - Thomas M. Schallaböck alias "Thomasin von Salzburg" 15 Der Kürenberger: Ich zog mir einen Falken - Michael Hoffkamp alias "Michael vom Richtberg" |
| >> CD-Kritik von
Magister
Rother:
Einen möglichen Vorwurf dürfte diese Compilation auf jeden Fall schon von vornherein entkräften können: Die Vermutung nämlich, dass die achthundert Jahre alten Gesänge der Minnesänger ja doch immer identisch klingen müssten, ganz gleich, wer sie gerade intonierte. Das trifft nun auf dieser Veröffentlichung ganz und gar nicht zu. Die Ansätze sind eben äußerst vielfältig und das so oft bemühte Argument von der "Authentizität" ist bei jedem von ihnen auf sehr unterschiedliche und eigene Weise anwendbar. Hält sich Knud Seckel in des Kürenbergers "Ich zôch mir einen falken" hörbar nah am in den Quellen überlieferten Original, vergeht sich Marcus van Langen in bester singender Hexenmeistermanier und voller Verve an Neidharts "Meie din" - dabei besitzt er indessen doch den Adel des Überzeugungstäters, ergo Authentizität einer ganz eigenen Couleur. "Ach und weh", ein Text des "Wilden Alexander" wird hingegen von Jochen Faulhammer in einer hochdeutschen Übertragung vorgetragen - kontrastiert hier nun aber wieder mit historisierend tönender Produktion. Ein Überblick, ein Querschnitt durch die moderne Minnesang-Rezeption? Updates der famosen mittelalterlicher Sängerwettstreite hat es ja schon häufiger gegeben, selten aber mit so hochkarätiger Besetzung. Eine interessante Sache. >> CD-Kritik vom Wildwechsel (4-2005): Die Mittelalterzeitschrift Karfunkel präsentiert am 4.6. den Minnesänger-Wettstreit 2005. Vorab sind hier schon die Sänger zu hören, die auf Burg Falkenstein in Bayern antreten: Minnelieder in Interpretationen, die von inspirierter Klassik über frischen Folk bis hin zum Unplugged-Rock reichen! Musikalisch einfallsreich ist das ganze ohnehin, vor allem aber überzeugen die höchst unterschiedlichen Stimmen: Marcus van Langen mit knarzigem, Jochen Faulhammer mit kultiviertem Bass, Frank Wunderlich und Knud Seckel als dezente Tenöre, Michael Hoffkamp als Folkbarde. Hans Hegner bereichert die alten Melodien um raffinierte Verzierungen und der Salzburger Thomas Schallaböck gibt den Hofnarren. Hier den Besten der Besten zu küren - das wird schwer! (gl) >> CD-Kritik von Karfunkel (58, Juni/Juli 2005): Es handelt sich um einen Querschnitt bekannter und weniger bekannter Minnelieder des gesamten Zeitraums des Minnesangs: Am Anfang steht der Kürenberger, dessen berühmtes Falkenlied gleich in zwei Vertonungen zu Gehör gebracht wird; den zeitlichen Abschluss bildet Oswald von Wolkenstein. Jeder der am Wettstreit beteiligten Sänger bringt seine eigene Interpretation von mittelalterlicher Musik und mittelhochdeutscher Sprache ein. Wunderbar kontrastiert zum Beispiel Marcus van Langens kräftige, an Marktmusik erinnernde Gesangsstimme mit dem zarten Gesang von Frank S. Wunderlich oder Knud Seckel. Hans Hegner interpretiert Wizlaw von Rügen mit norddeutschem Anklang, während Thomas M. Schallaböck den Mönchen von Salzburg mit herrlich österreichischem Dialekt darbietet. Jochen Faulhammer und Michael Hoffkamp bieten schließlich auch überzeugende neuhochdeutsche Versionen der Minne-Klassiker zur großartigen musikalischen Begleitung durch das Musiktheater Dingo, das auch als Zugabe ein Wizlawlied über herbstliche Genüsse beisteuert. Alles in allem eine gelungene Scheibe, die Lust auf das große Spektakel auf der Burg bei Regensburg macht. (Autor: Jens Ruge) >> CD-Kritik von PLUSZ Magazin (Sächsische Zeitung) (9.2.2006): Sieben Sänger fanden sich 2005 auf Burg Falkenstein ein, um der Minne zu frönen. Die feine CD mit 15 Liedern dokumentiert dieses Sängerfest und sollte Freunde mittelalterlichen Gesangs betören. |
>> Hier kann die CD für 15 Euro plus Versandpauschale von 2 Euro bestellt werden.
![]() |
MINNESÄNGER DES JAHRES 2005: FRANK WUNDERLICH
Die
Vogtin entschied sich für Frank
S. Wunderlich. Er hatte zunächst zartes Liebeslied mit lokalem
Bezug dargeboten. Es war eine Ballade des Minnesängers Reinmar
von Brennenberg, der im Mittelalter auf einer benachbarten Burg beheimatet
war. Nur zur Begleitung von Laute und Flöte besang er mit viel Gefühl
die Anmut der Herrin. Sein zweites Lied stammte aus der Feder des Minnesängers
von Obernburg, die sehr einprägsame Musik dazu hatte er selbst erdacht:
"Ich bin in min herze wunt" wurde von den zahlreich erschienenen Spielleuten
mit deutlicher Begeisterung begleitet.
PUBLIKUMSSIEGER 2005: MARCUS VAN LANGEN
Das
Publikum, das in einer Extraabstimmung auch entscheiden durfte, traf eine
völlig andere Wahl als die Burgherrin: Es entschied sich für
den Vollblut-Entertainer Marcus
van Langen, der zu zündenden Rhythmen mit wildem Stampfen von
der Liebe im Maien sang. Der "ewige Spielmann" aus Gaißach in der
Nähe von Bad Tölz überzeugte auch mit seiner Version des
berühmtesten Lieds aus dem Mittelalter: Walther von der Vogelweides
"Palästinalied", dass er rau und ungeschliffen fast schon in Rock-Manier
auf die Bühne brachte.
Der strahlende Sieger Frank S. Wunderlich mit Burgvogtin und Frauenlob >> Pressefoto zum Download >> Interview mit dem Sieger |
Der Publikumsfavorit Marcus van Langen mit Ursel Peters >> Pressefoto zum Download >> Interview mit dem Publikumssieger |
Die Spielleute Musiktheater Dingo plus Verstärkung v.l.: Reinhold Schmidt, Thomas Wiedemeier, Peter Rauter, Ursel Peters, Lothar Jahn, Claudia Heidl, Gerda Weinreich, Dagmar Jahn, Jan-.Marcus Lapp |
Die Minnesänger 2005 Sieben wollten's wissen v.l.: Michael Hoffkamp, Frank Wunderlich, Marcus van Langen, Knud Seckel, Thomas Schallaböck, Hans Hegner, Jochen Faulhammer |
FÜR DIE KOMMENDEN MINNESÄNGER-WETTSTREITE WERDEN STILVOLLE BURGEN UND ÖRTLICHE AUSRICHTER GESUCHT.
Bei Interesse
Mail an Dr. Lothar Jahn als Organisator oder Anruf unter 05671-925355!!