2. FALKENSTEINER
MINNE-TURNIER


Burg Falkenstein
 
Samstag 11.8.2007 - 19.30 Uhr
Burg Falkenstein im Ostharz


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Am Samstag, dem 11. August 2007, ging auf Burg Falkenstein das 2. Minneturnier über die Bühne. Aus ganz Deutschland reisten stimmgewaltige Herren an, um der Schlossherrin Tribut zu zollen. Doch in diesem Jahr stellte sich auch ein wagemutiger Recke aus der Region dem edlen Kampf der  Sänger, die dem Meister von der Vogelweide ihre Aufwartung machten. Er schlug sich wacker, die Preise gingen jedoch an Minnesänger aus Franken und Hessen.

BurgherrinBeim 2. Falkensteiner Minneturnier am 11.8.2007 auf Burg Falkenstein im Ostharz siegte Frank Wunderlich aus Lützelbach. Er zeigte den streitbaren Walther von der Vogelweide, der seine Abrechnung mit "Frau Welt" und dem "Herrn Papst" macht. Der Theologe aus dem Odenwald tat das mit sichtlichem Spaß und großen Einfühlungsvermögen in die Zeit. Der Publikumspreis ging an den jüngsten Teilnehmer: Malte Lange alias "Mino, der Barde" aus Kassel, gerade 18 Jahre geworden, durfte ihn unter großem Jubel des Publikums entgegennehmen. Er fragte mit Walther "Saget mir ieman: waz ist Minne?" und sang überzeugend das Preislied an das wundervolle Weib, diese Krone der Schöpfung. das der schüchterne Sängersmann heimlich beim Bade beobachtet. Sein jugendlicher Charme kam an. Weitere fünf Sänger aus ganz Deutschland hatten sich Hoffnung auf einen Preis gemacht, sie alle sangen Lieder des bekanntesten Deutschen Minnesängers Walther, begleitet von diversen Spielleuten mit mittelalterlichem Instrumentarium.

Aufgrund der schlechten Wetterlage musste die Veranstaltung nach drinnen in den Königssaal der Burg verlegt werden, so dass nur diejenigen, die Karten vorbestellt hatten, zum Zuge kamen und mancher Interessierte am Burgtor abgewiesen wurde. Doch es gibt einen Trost: Wegen der großen Resonanz wird es auch im nächsten Jahr wieder ein Minneturnier auf Burg Falkenstein geben.

PRESSERÜCKBLICK
Magister Rother: Vorankündigung April 2007
Mittelalter Online Rückblick August 2007
Geolino-Interview mit dem Publikumssieger September 2007



DIE SIEGER


FRANK WUNDERLICH

Frank WunderlichFrank S. Wunderlich (*1960 in Gießen) studierte Philosophie, Musikwissenschaft und Theologie in Frankfurt/Main und Würzburg. 1986 legte er sein Diplom in Kath. Theologie ab. Er lebt seit 1988 am Untermain (Großheubach, jetzt in Lützelbach), war 1995 Mitbegründer der Gruppe "Vogelfrey und unvuortzaget". Seit 2001 spielt er in den Ensembles "Bluomenrot" und "Vrouwenheide".  2002 veröffentlichte er den Liederzyklus' des Minnesängers Von Obernburg (13. Jh.) "Ich wil wol von wibes gvete", 2004 gab er eine Liederauswahl aus dem "Schedelschen Liederbuch" (15. Jh.) heraus,  2006 folgten Minnelieder des Reinmar von Brennenberg (13. Jh.). Er wirkte bei diversen Einspielungen mittelalterlicher Musik mit und wurde 2005 auf Burg Falkenstein in Bayern zum "Minnesänger des Jahres" gekürt. Nun ist er auch Turniersieger auf Burg Falkenstein im Ostharz - er hat damit schon die zweite Burgherrin für sich erobert.

Kontakt:  www.minnesang.com/frank-wunderlich.htm


MINO, DER BARDE

Malte LangeMino, der Barde, alias Malte Lange, ist der jüngste der Mitstreiter in  Falkenstein. Mit seinen gerade mal 17 Jahren fühlt sich der Sänger aus Kassel aber schon berufen und befähigt, den gestandenen Meistern der Kunst entgegenzutreten. Malte fand schon als Kind zur Musik, seit dem 9. Lebensjahr zupft er die Saiten und dichtet er Lieder. Das Mittelalter fasziniert ihn schon lange: Mit 12 Jahren fand er über Rollenspiele zur  mittelalterlichen  Musik, seit dieser Zeit spielt er auch Theater in der Schultheatergruppe.  Seit 2007 wirkt er im nordhessischen Musiktheater Dingo mit, verkörpert dort den aufbrausenden Thüringer Fürstensohn Heinrich Raspe. Inzwischen schreibt er auch selbst mittelalterlich inspirierte Lieder und spielt ein wenig Hümmelchen, einen kleinen Dudelsack. In Falkenstein errang er den Publikumspreis: sein frischer Charme rührte die Herzen; sein Mut, sich mit den Größten der Zunft anzulegen, beeindruckte die Menge.

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DIE MITSTREITER


REINHOLD SCHMIDT

Reinhold SchmidtReinhold Schmidt schlug bereits 2006 die Trommel in Falkenstein, diesmal stellte er sich selbst dem edlen Kampf. Er begann seine Sangeskarriere als Chorsänger: Jahrelang wirkte er an den unterschiedlichsten Projekten meist klassischer Musik mit, seit Jahren spielt er eine maßgebliche Rolle im Kasseler Chor Con Brio, der Chorgesang mit Literatur-Rezitationen verbindet. 2001 verkörperte er erstmals Walther von der Vogelweide in der Produktion "Minne, traute Minne" des Hofgeismarer Musiktheaters Dingo. 2003 folgte die Hauptrolle im Singspiel "Wizlaw, der Verführer" - "Bariton Reinhold Schmidt ist als Wizlaw eine Idealbesetzung, einfach wunderbar" schrieb das Mittelaltermagazin "Karfunkel" anlässlich der Rügen-Tournee im selben Jahr.  Im Mysterienspiel "Elisabeth: Keine wie wir!" verkörperte er nun wieder Walther. Seine Huldigung an den größen Minnesänger brachte er mit dem Frühlingslied "Muget ir schouwen" und dem anklagenden "Weh dir Welt" dar.

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MARCUS VAN LANGEN

Marcus van LangenMarcus van Langen ist der singende Hexenmeister und gilt als enfant terrible der Mittelalterszene. Wie kein anderer verkörpert er das Bild des mit allen Wassern gewaschen mittelalterlichen Spielmanns und heutigen Libertin. Man erzählt sich viele Geschichten über ihn und einige sind sogar wahr!  Er sieht seine Berufung darin,  die Damenwelt zu betören und die  Männer zu heftigen Trinkgelagen zu verführen.  Mit seiner Formation "Des Teufels Lockvögel" bietet er akustische Mittelaltermystik, mal sanft und verträumt, dann wieder mit brachialen archaischen Rhytmen. Als Frontmann der Gothic-Rock-Truppe "van Langen" quält der "Gottseibeiuns der Mittelalterszene", wie ihn der viel gereiste Magister Rother nennt, seine Stimmbänder und die elektrische Gitarre. In Falkenstein verblüffte er mit Walthers Altersklage "Ouwe" nach der Melodie der legendäre Folk-Rockband Ougenweide. Doch zuviel Besinnlichkeit durfte nicht aufkommen: Bei der Schelte von Herrn Volknant und Frau Bohne war er wieder ganz der alte Provokateur.

Kontakt: www.vanlangen.de


CHRISTIAN MONZ

Christian MonzEin Bayer kommt selten allein: Neben Marcus van Langen, dem altbewährten Kämpfer an vielen Fronten, kam in diesem Jahr auch Christian Monz nach Falkenstein. Der Münchner sang das böse Walther-Lied vom dreisten Gerhard Atze unter härtesten Bedingungen: Gerade hatte das in großer Zahl erschienene Publikum den Saal kräftig aufgeheizt und damit die Laute aus der Stimmung gebracht. "Wollt ihr's authentisch oder soll ich doch lieber stimmen?", fragte er die Menge, die ihm lachend beistand und das Malheur gnädig verzieh. Dafür gab's im zweiten Teil ein herrliches "Wol mich der stunde" zu süßem zweistimmigen Flötenklang, wobei der Sänger die beiden Spielweiber heftig anflirtete. Christian Monz ist normalerweise mit der Gruppe "Meyenfogel" unterwegs - mal mit einer, dann auch wieder mit zwei Frauen, die ihm als Muse und Begleitung zur Seite stehen. Außerdem hat er den Blues im Blut - das bewies er bei der Nachfeier. Außerdem zeigt er's mit seiner zweiten Combo, der "Autobahnkapelle".

Kontakt per Telefon: 089-82969822


GISBERT OSTERMANN

Gisbert OstermannGisbert Ostermann war bereits letztes Jahr auf Falkenstein dabei. Damals verkörperte er den glücklosen Ritter Heinrich von Ofterdingen der beim legendären Sängerkrieg auf der Wartburg den Landgrafen Hermann brüskierte, weil er den Österreicher Herzog Leopold als den größten aller Fürsten pries. Gisbert Ostermann wuchs auf mit der Musik von Ougenweide. Seit 1999 ist er als Minnesänger aktiv. Er spielte im Stück "Minne, traute Minne" den wilden Neidhart von Reuental, im Singspiel "Wizlaw, der Verführer" den "Unverzagten" und ist zur Zeit in einem Elisabeth-Mysterienspiel als Krieger Biterolf zu sehen. Neben den Liedern von Friedrich von Hausen, dem er sich kürzlich mit Hingabe widmete, gehören auch immer wieder Walther-Lieder zu seinem Repertoire. In Falkenstein sang er eine zu Herzen gehende Version von "Diu werlt was gelf" (in der Vertonung des bekannten Minnesängers Knud Seckel) und eine zupackende Geißelung der Mönche vom Tegernsee, die dem Gast Wasser statt Wein reichen.

Kontakt per E-Mail über www.minnesang.com.



VOLKER WYSK

Volker WyskEiner musste die Ehre der Heimaterde retten: Schließlich reisten Sänger aus aller Herren Länder an, um beim 2. Falkensteiner Minneturnier ihren Mann zu stehen. Der Burgherr lud deshalb alle Sängersleut aus Sachsen-Anhalt ein, Ihr Bestes zu geben, auf dass ein Recke bestimmt werde, der den hohen Herren Paroli bieten kann. Wohlan, der Mann wurde gefunden: Volker Wysk aus Benneckenstein, bekannt auch als Volker aus dem Weydengrund, wagte es, sich dem Kampf zu stellen.  Der Musiker, bekannt von den "Harzrabauken", hat durchaus auch Sinn für die leisen Töne und selbst ein Händchen für gute Texte und Melodien.  Er besiang das "Herzeliebe Frouwelin" zur Musik des Österreicher Sängers Thomas Schallaböck und überzeugte mit einer Eigenkomposition frei nach Walther: "Unter der Weide" erwies sich als richtiger Ohrwurm. So hätte es auch fast für den Publikumspreis gereicht, doch schließlich preschte doch die Jugend nach vorn...

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DIE SPIELLEUTE-SCHAR


Spielleute

Unter der musikalischen Leitung von Dr. Lothar Jahn, der die Veranstaltung auch konzipiert und vorbereitet hat, gab eine bunte Spielleute-Schar ihr Bestes, um den Stimmen zur vollen Entfaltung zu verhelfen. Mit dabei: Claudia Heidl (Rauschpfeife, Flöte, Gesang), Nicole Prenzel (Schalmei, Flöte, Gesang), Karin Gunia (Harfe), Gerda Weinreich (Glockenspiel, Percussion), Lothar Jahn (Laute, Dommel, Cister), Jan-Marcus Lapp (Drehleier), Thomas Wiedemeier (Sackpfeife), Christian Zastrow (Manesse-Fidel).


DAS GNADENLOSE DUO



Unbarmherzig und unbestechlich - so kennt und liebt sie das Publikum, so fürchten und hassen sie die Minnesänger: Die Rede ist vom er Henker Stempfel und dem Feingeist Meister Frauenlob.

StempfelHenker Stempfel (Bernd Bonnet) ist seit dem legendären Sängerkrieg auf der Wartburg darauf spezialisiert, die falschen Töne der Sängersleute zu erkennen und unverzüglich zu ahnden. Er tat das auch in diesem Jahr wieder mit der gebührenden Strenge. Die feinen Zwischentöne sind zwar nicht unbedingt seine Sache, dafür widmet er sich seiner Aufgabe mit Begeisterung und vollem Einsatz.

FrauenlobDoch Meister Frauenlob (Peter Will) weiß die Töne recht zu setzen und kennt so manchen Sänger, manches Lied. Ihm macht keiner etwas vor, er begeistert sich für das Edle, Wahre und Schöne, und fordert von jedem Sänger nicht mehr, als dem wahren Meister "mit Fleiß und Demut und viel Üben" auf dem Weg zur echten Kunst und damit zur Vollkommenheit folgen. Wer dabei nicht alles gibt, kann auf kein Verständnis hoffen.




DER SÄNGERWETTSTREIT 2006
 
Falkenstein Mädchen

"Nun ist sie da, die wild entschloss'ne Männerschar..." - drei wunderbare Burgdamen (Dagmar Jahn, Gerda Weinreich und Claudia Heidl) begrüßten die Sänger, die sich dem Streit stellen wollten. Die künstlerische und organisatorische Leitung lag - wie auch in diesem Jahr - bei Dr. Lothar Jahn (links mit Laute im Bild), der die Veranstaltung  im Auftrag des Museums Burg Falkenstein gestaltet hatte.

DIE SIEGER 2006

Jochen FaulhammerJochen Faulhammer, Jahrgang 1964, stammt aus Ersen, einem kleinen Dorf im sagen- und märchenreichen Nordhessen, von dessen bewegter und umkämpfter Mittelalterzeit noch viele Burgen und Burgruinen Zeugnis geben. Nach einer Reihe von Lebens- und Studienjahren in Kassel und Bremen lebt er heute mit seiner Familie in Gudensberg, etwas südlich von Kassel gelegen, unmittelbar unterhalb der für Hessens Geschichte bedeutenden Ruine der Obernburg. Vom markanten Scharfenstein her fällt jeden Morgen die Sonne über die malerische Altstadt in sein Fenster. Er arbeitet als Kirchenmusiker und freiberuflicher Sänger. Schon die Kasseler Studienjahre waren vor allem durch die Beschäftigung mit der Musik des 15. und 16.Jahrhunderts geprägt, die er mit Gleichgesinnten in zahlreichen Konzerten zur Aufführung brachte, sowohl als Sänger, wie als Chorleiter und Organist. In den Bremer Hochschuljahren kam die singende Beschäftigung mit zeitgenössischem (einschließlich zweier Uraufführungen) hinzu, wie auch Ausflüge in die Welt der Oper. Die Freude an Schauspiel und Gesang zum einen, die Neugier auf noch ältere Musik zum anderen, trieben ihn schließlich zum Musiktheater Dingo. Dies brachte neben dem Wiedersehen mit alten Bekannten aus Hofgeismar auch die Begegnung mit der reinen  Minne und ihrer Musik, galt es doch, als Reinmar von Hagenau singend von der unnahbaren Dame weg nach Palästina zu ziehen. Jochen Faulhammer konzertierte auch bereits mit mittelalterlicher Kirchenmusik. In Falkenstein überzeugte er mit als zauberhaft-inniger Sänger Klingsor, zeigte aber auch eine andere Facette: Mit seiner satirischen Interpretation eines Frauenlob-Liedes zog er den selbstgerechten Kritiker der Sänger gekonnt durch den Kakao.

Michael HoffkampMichael Hoffkamp wurde 1963 geboren. Er kam erst auf Umwegen  zum Thema Minnesang. Jahrelang war der Wunsch da, das grosse Interesse an historischen Themen und das sehr intensiv betriebene Hobby Musik miteinander zu verbinden. 1996 zog er aus beruflichen Gründen in die mittelalterliche Burgenstadt Schlitz im Vogelsbergkreis (Nähe Fulda), die mit ihrem eindrucksvollen alten historischen Stadtkern ein ganz besonderes Flair vermittelt. Dort entschloss er sich zum Kauf einer wunderschönen alten Laute und begann sich intensiv mit mittelalterlichem Liedgut auseinanderzusetzen. Daneben schreibt er auch selbst Texte und Melodien - so trug er auf Burg Falkenstein eine Eigenvertonung eines traurigen Minneliedes aus der Feder des "tugendhaften Schreibers" vor. In einer musikalischen Stadtführung singt er eigene Lieder zu  historischen Ereignissen der Stadt Schlitz, pflegt aber auch die alten Volkslieder. Der Barde, Liedermacher und musikalische Stadtführer verfügt über ein großes Spektrum: Neben gefühlvollen Gesängen jeder Art steht das freche Spielmanns- und Mitmachlied. Mit dieser Mischung überzeugte er auch in Falkenstein sein Publikum: Nach seinem unendliche traurigen Minnelied bot er im zweiten Teil zum großen Vergnügen des Publikums ein frech- frivoles Werk des Sängers Wizlaw von Rügen dar.



DIE CDs ZUM SÄNGER-WETTSTREIT


CD-Cover WaltherDie Neue: "Saget mir ieman: was ist Minne?"

Ende Februar 2007 erscheint im "Verlag der Spielleute" eine fast 80 Minuten lange neue CD, bei der führende Interpreten der Mittelalterszene spannende neue Versionen der Lieder von Walther von der Vogelweide darbieten. Die CD wird von www.minnesang.com präsentiert. Minnelieder und Spruchgesänge sind gleichermaßen zu hören, der Schwerpunkt der Begleitung liegt auf einem historischen Instrumentarium. Zu hören sind 19 Stücke von 14 Solo-Interpreten und Gruppen. Natürlich sind alle Akteure des Minnesänger-Wettstreits mit dabei! Abwechslungsreich, spannend und mitreißend wie Walther selber!

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Der Klassiker: "Burg Falkenstein - Minnesängerwettstreit 2005"

Falkenstein CDCD-Kritik von Magister Rother:
 
Einen möglichen Vorwurf dürfte diese Compilation auf jeden Fall schon von vornherein entkräften können: Die Vermutung nämlich, dass die achthundert Jahre alten Gesänge der Minnesänger ja doch immer identisch klingen müssten, ganz gleich, wer sie gerade intonierte. Das trifft nun auf dieser Veröffentlichung ganz und gar nicht zu. Die Ansätze sind eben äußerst vielfältig und das so oft bemühte Argument von der "Authentizität" ist bei jedem von ihnen auf sehr unterschiedliche und eigene Weise anwendbar. Hält sich Knud Seckel in des Kürenbergers "Ich zôch mir einen falken" hörbar nah am in den Quellen überlieferten Original, vergeht sich Marcus van Langen in bester singender Hexenmeistermanier und voller Verve an Neidharts "Meie din" - dabei besitzt er indessen doch den Adel des Überzeugungstäters, ergo Authentizität einer ganz eigenen Couleur. "Ach und weh", ein Text des "Wilden Alexander" wird hingegen von Jochen Faulhammer in einer hochdeutschen Übertragung vorgetragen - kontrastiert hier nun aber wieder mit historisierend tönender Produktion. Ein Überblick, ein Querschnitt durch die moderne Minnesang-Rezeption? Updates der famosen mittelalterlicher Sängerwettstreite hat es ja schon häufiger gegeben, selten aber mit so hochkarätiger Besetzung. Eine interessante Sache.

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