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Seit
1986 beschäftigt sich Knud Seckel intensiv mit früher Musik.
Von 1994 - 2000 studiert er Romanistik, Kunstgeschichte und
Musikwissenschaft in Heidelberg. Sein Interesse gilt dem
Mittelhochdeutschen und den Sprachen Südwesteuropas, deren
Kenntnisse er durch längere Studienaufenthalte in Grenoble und
Sevilla vertieft. Er ist Mitbegründer der Formation "Wildwuchs" im
Jahre 1991 und des "Ensemble Trecento" im Jahre 1994. Im gleichen Jahr
beginnt die Mitwirkung bei der Gruppe "Wünnespil", die 2001 endet.
Seit 2001 tritt er im Rahmen von Museumsveranstaltungen und Events als
Minnesänger und Erzähler auf. Er ist seit 2002 Leiter des
Musikensembles "Minnesangs Fruehling" und im Mai 2003 erscheint die
erste Solo-CD "ich zôch mir einen falken". Er war Teilnehmer am
ersten Minnesänger-Wettstreit auf Burg Falkenstein in Bayern und
verkörperte beim Sängerkriegs-Event auf der Wartburg 2006 den
Herausforderer Heinrich von Ofterdingen. In Spangenberg sang er "Diu welt was gelf" und Walthers Lindenlied.
Frank
S. Wunderlich (*1960 in Gießen) studierte Philosophie,
Musikwissenschaft und Theologie in Frankfurt/Main und Würzburg.
1986 legte er sein Diplom in Kath. Theologie ab. Er lebt seit 1988 am
Untermain (Großheubach, jetzt in Lützelbach), war 1995
Mitbegründer der Gruppe "Vogelfrey und unvuortzaget". Seit 2001
spielt er in den Ensembles "Bluomenrot" und "Vrouwenheide". 2002
veröffentlichte er den Liederzyklus' des Minnesängers Von
Obernburg (13. Jh.) "Ich wil wol von wibes gvete", 2004 gab er eine
Liederauswahl aus dem "Schedelschen Liederbuch" (15. Jh.) heraus,
2006 folgten Minnelieder des Reinmar von Brennenberg (13. Jh.). Er
wirkte bei diversen Einspielungen mittelalterlicher Musik mit und wurde
2005 auf Burg Falkenstein in Bayern zum "Minnesänger des Jahres"
gekürt. Auch beim 2. Falkensteiner Minneturnier im August 2007 im
Ostharz eroberte er das Herz der Burgherrin. In Spangenberg sang er
"Herre Babest" und "Fro Welt".
Wilfried
Staufenbiel kommt aus Schönow in Brandenburg nach Spangenberg
gereist. Er studierte zunächst Cello, später Gesang in
Leipzig und Berlin. Er singt jahrelang beim Rundfunkchor Berlin und ist
in vielen musikalischen Bereichen von der Klassik bis zum Jazz aktiv.
Die Musik des Mittelalters fasziniert ihn besonders. Mit dem Ensemble "musica mensurata" war er u.a. auch beim Wettbewerb
für Alte Musik in Brügge zu hören, in Spelunken und auf
Märkten bot er Minnesang und Mönchsgeschichten dar und
spielte seine Fidel. Beim letzten Minnesängerwettstreit
beeindruckte mit der Winterklage des Reinmar von Hagenau. Im Herbst
2006 war er in Berlin mit der Gruppe Collage in einer Inszenierung des
"Roman de Fauvel" aus dem 14. Jahrhundert zu erleben. In seiner Heimat
Schönow betreibt der beeindruckende Bass eine "Galerie im
Hühnerstall". In Spangenberg sang er Walthers berühmte Reichsklage und pries das "wundervoll erschaff'ne Weib".
Marcus
van Langen ist der singende Hexenmeister und gilt als enfant terrible
der Mittelalterszene. Wie kein anderer verkörpert er das Bild des
mit allen Wassern gewaschen mittelalterlichen Spielmanns. Man erzählt sich viele Geschichten über ihn und
einige sind sogar wahr! Er sieht seine Berufung darin, die Damenwelt zu betören und
die Männer zu heftigen Trinkgelagen zu verführen.
Mit seiner Formation "Des Teufels Lockvögel" bietet er akustische
Mittelaltermystik, mal sanft und verträumt, dann wieder mit
brachialen archaischen Rhytmen. Als Frontmann der Gothic-Rock-Truppe
"van Langen" quält der "Gottseibeiuns der Mittelalterszene", wie
ihn der viel gereiste Magister Rother nennt, seine Stimmbänder und
die elektrische Gitarre. Er
ist Initiator des
Palästinalied-Benefiz-Projektes, an dem sich 20 Interpreten der
Mittelalterszene beteiligten, und wurde 2005 Publikumssieger beim
Sängerwettstreit auf Burg Falkenstein in Bayern. In Spangenberg
sang er das berühmte "Ouwe" zur Melodie von Ougenweide und
Walthers garstige Schelte des Herren Volknand.
Hans
Hegner aus Berlin tritt schon seit über 20 Jahren als Sänger
und Instrumentalist mit mittelalterlicher Lyrik auf. Er studierte
Ältere Germanistik und Vergleichende Sprachwissenschaft in Berlin
und Salzburg. Die wissenschaftliche Arbeit an Text und
Übersetzung, Kenntnis der handschriftlichen Quellen und der
mittelalterlichen Notenschrift bilden das Fundament seiner
Interpretation. Neben Solo-Auftitten singt und spielt Hans Hegner
seit 1989 auch
gemeinsam mit Ursel Peters im Folk-Duo "Fundevogel". Seit 1996 ist er
Miglied bei "Collage - Forum für frühe Musik Berlin" und
wirkte auch bei der Produktion "Roman de Fauvel" 2006 mit. Seit 2002
macht er mit der Gruppe "Vinkoop" Musik "im Fahrwasser der Hanse". Seit
2002 wirkt er auch beim großen Sängerwettstreit auf der
Wartburg mit. In Spangenberg sang er Walthers bissige Anklage des
Pferdemörders "Gerhard Atze" und das Liebeslied "Wol mich der
stunde".
Thomas
M. Schallaböck gehört zu den Gründungsmitgliedern des
bekannten Salzburger Mittelalterensembles "Dulamans Vröudenton".
Das Interesse für Musik entstand bereits in früher Kindheit,
in Teenagerjahren beeindruckte ihn die Musik von Folk-Größen
wie Pentangle, Ougenweide und Steeleye Span Mit dem Kauf einer
Okarina begann das autodidaktische Studium vieler alter Instrumente. Ab
1981 studierte er Theologie und Germanistik, wobei er sich auf das
Mittelalter spezialisierte. Ein Jahr später gründete er
"Dulamans Vröudenton" - eine
Gruppe, die unzählige Auftritte absolvierte und Tausende von
Tonträgern verkaufte, darunter die mit viel Kritikerlob bedachten
Alben "Minnesänger in Österreich" und "Sinnliches
Mittelalter". Weitere Ensembles sind "Duo Zwieclanc" und "Duo Allerley
Klangk - Allerley Gesangk". Ab 1985 tritt Schallaböck auch solo
als "Bänkelthomas " auf. Hauptberuflich arbeitet er als
Religionspädagoge. Man kennt ihn auch als Radiomoderator beim ORF,
als künstlerischen Leiter des "Kaiser Mittelalterfestes" und
Drehleiersolist des Mozarteum-Orchesters. In Spangenberg pries er das
"Herzeliebe Frowellin" und überreichte der Herrin eine Rose, im
zweiten Teil beklagte er den Geiz der Möche am Tegernsee, die dem
Wanderer Wasser statt Wein reichen.
Reinhold
Schmidt ist erstmalig als Solist beim Minnesänger-Wettstreit
dabei. Er begann seine Sangeskarriere als Chorsänger: Jahrelang
wirkte er an den unterschiedlichsten Projekten meist klassischer Musik
mit, seit Jahren spielt er eine maßgebliche Rolle im Kasseler
Chor Con Brio, der Chorgesang mit Literatur-Rezitationen verbindet.
2001 verkörperte er erstmals Walther von der Vogelweide in der
Produktion "Minne, traute Minne" des Hofgeismarer Musiktheaters Dingo.
2003 folgte die Hauptrolle im Singspiel "Wizlaw, der Verführer" -
"Bariton Reinhold Schmidt ist als Wizlaw eine Idealbesetzung, einfach
wunderbar" schrieb das Mittelaltermagazin "Karfunkel" anlässlich
der Rügen-Tournee im selben Jahr. Im Mysterienspiel "Elisabeth: Keine wie wir!" verkörpert er nun
wieder Walther. In Spangenberg sang er Walthers Mailied "Muget ir schouwen" und "Weh dir Welt".![]() |
Unbarmherzig
und unbestechlich - so kennt und liebt sie das Publikum, so fürchten
und hassen sie die Minnesänger: Die Rede ist vom neunmalklugen
Criticus Meister Frauenlob, der genau weiß, wie ein Minnelied zu
klingen hat, und vom gnadenlosen Henker Stempfel, der schon beim
legendären Wartburgkrieg bereitstand, um jeden Sänger, der nicht den
rechten Ton traf, seinem gerechten Schicksal zu überantworten. Das unschlagbare Duo war auch in Spangenberg wieder dabei - Peter Will verkörperte den empfindlichen Feingeist Frauenlob (frei nach dem legendären Minnesänger Heinrich von Meißen), einen Marcel Reich-Ranicki des Mittelalters. Bernd Bonnet lieferte den Gegenpart als Handwerker des Todes, der so manches wirkungsvolle Werkzeug bereithielt. Fast hätte er diesmal alle Sänger aufhängen dürfen - doch dann beschloss man, sie lieber auf den Kreuzzug zu schicken. |
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Der
bekannte Rezitator und Musiker Karsten Wolfewicz, maßgeblich
jahrelang auch an der Sängerkriegs-Veranstaltung auf der Wartburg
beteiligt und inzwischen auf der Ehrenburg tätig, kam am
Vorabend des Minnesänger-Wettstreits auf Einladung des
Kultursommers ebenfalls in die Region. Er bot einen
kenntnisreichen, witzigen und hintersinnigen Vortrag, um Walther von
der
Vogelweide und sein Schaffen vorzustellen - nicht nur mit Worten,
sondern
auch mit Sang und Spiel.
Die Neue: "Saget mir ieman: was ist Minne?"
CD-Kritik von
Magister
Rother: