und minnesang.com präsentierten:
MINNESÄNGER-WETTSTREIT
2008 >>> Pressefotos in guter Auflösung: Clingenburg, alle Sänger, Bürgermeister Simon. |
| Am 24. Mai 2008 fand die vierte Auflage
des großen Minnesänger-Wettstreits statt, der vom
Mittelaltermagazin Karfunkel und der Internetplattform
www.minnesang.com präsentiert wurde. Austragungsort war in diesem
Jahr die Clingenburg in Klingenberg am Main. Acht hochkarätige
Sänger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz waren
dabei. Sie alle beschworen mit allen Melodien und mittelalterlicher Lyrik
die Zauberkraft des Frühlings: "Mayen, Dein lichter Schein" war
das Motto der Veranstaltung, die auf Anregung von Bürgermeister
Reinhard Simon nach Klingenberg auf die traditionsreiche Burg kam,
auf der einst der Minnesänger Conrad von Bickenbach zu Hause war. Im Wettbewerb waren sechs Sänger aus dem gesamten deutschen Sprachraum: Aus Norddeutschland kam Olaf Casalich an den Main. Er wurde bekannt als Sänger der legendären Folk-Rock-Band "Ougenweide", die in den Siebziger Jahren große Erfolge feierte. Der Nordhesse Jochen Faulhammer interpretiert die alten Lieder mit klassisch geschultem markanten Bass. Aus der Schweiz kam Christoph Mächler zur Klingenburg, aus Österreich Thomas Schallaböck vom bekannten Ensemble "Dulamans Vröudenton". Nur einen Katzensprung entfernt von der Minnesänger-Burg wohnt Frank Wunderlich. Aus Niedersachsen reiste Holger Schäfer an, der sich zu Harfenklängen ganz der Minne hingab. Damit beeindruckte er sowohl die Burgherrin als auch ihr Volk - erneut gibt es also einen Doppelsieger, der den Hauptpreis und den Publikumspreis gewann, genau wie im Vorjahr Knud Seckel. Die Sänger wurden begleitet von Spielleuten aus Deutschland und Österreich. mit ganz großem Mittelalter-Instrumentarium. In Szene gesetzt wurde das ganze von Dr. Lothar Jahn, Carl-Maria-von-Weber-Preisträger und Leiter des Musiktheaters Dingo. Als Moderator konnte erneut der ehrwürdige Meister Frauenlob (Peter Will) für den Wettstreit gewonnen werden. Ihm zur Seite stand Henker Stempfel (Bernd Bonnet), selbstbewusst und eigensinnig und diesmal den Sängern weit mehr gesonnen als sein gestrenger Herr. Zum Wettbewerb erschien im Verlag der Spielleute eine CD mit mittelalterlichen Mailiedern, Titel "Minne im Mayen". Als Ehrengäste waren Vorjahressieger Knud Seckel und Marcus van Langen, der bislang einzige bayrische Preisträger, zu Gast. Er übergab an diesem Abend die Einnahmen aus dem Benefiz-Projekt "Palästinalied" an Gady Gronich, Vertreter der Hadassah-Klinik in Jerusalem. Nach einem vielseitigen, niveauvollen Sangesturnier sieht man sich wieder beim großen Minnesänger-Wettstreit 2009 am 12. September auf Burg Trifels in Rheinland-Pfalz unter dem Motto "Richard Löwenherz". |

Jochen
Faulhammer wurde 1964 geboren. Er stammt aus Ersen, einem kleinen Dorf
im sagen- und märchenreichen Nordhessen, von dessen bewegter und
umkämpfter Mittelalterzeit noch viele Burgen und Burgruinen
Zeugnis geben. Nach einer Reihe von Lebens- und Studienjahren in Kassel
und Bremen lebt er heute mit seiner Familie in Gudensberg, etwas
südlich von Kassel gelegen, unmittelbar unterhalb der für
Hessens Geschichte bedeutenden Ruine der Obernburg. Vom markanten
Scharfenstein her fällt jeden Morgen die Sonne über die
malerische Altstadt in sein Fenster.
Thomas
M. Schallaböck (*1960) gehört zu den Gründungsmitgliedern des
bekannten Salzburger Mittelalterensembles "Dulamans Vröudenton".
Das Interesse für Musik entstand bereits in früher Kindheit,
in Teenagerjahren beeindruckte ihn die Musik von Folk-Größen
wie Pentangle, Ougenweide und Steeleye Span Mit dem Kauf einer
Okarina begann das autodidaktische Studium vieler alter Instrumente. Ab
1981 studierte er Theologie und Germanistik, wobei er sich auf das
Mittelalter spezialisierte. Ein Jahr später gründete er
"Dulamans Vröudenton" - eine
Gruppe, die unzählige Auftritte absolvierte und Tausende von
Tonträgern verkaufte, darunter die mit viel Kritikerlob bedachten
Alben "Minnesänger in Österreich" und "Sinnliches
Mittelalter".
Frank
S. Wunderlich (*1960 in Gießen) studierte Philosophie,
Musikwissenschaft und Theologie in Frankfurt/Main und Würzburg.
1986 legte er sein Diplom in Kath. Theologie ab. Er lebt seit 1988 am
Untermain (Großheubach, jetzt in Lützelbach), war 1995
Mitbegründer der Gruppe "Vogelfrey und unvuortzaget". Seit 2001
spielt er in den Ensembles "Bluomenrot" und "Vrouwenheide". 2002
veröffentlichte er den Liederzyklus' des Minnesängers Von
Obernburg (13. Jh.) "Ich wil wol von wibes gvete", 2004 gab er eine
Liederauswahl aus dem "Schedelschen Liederbuch" (15. Jh.) heraus,
2006 folgten Minnelieder des Reinmar von Brennenberg (13. Jh.).
Knud
Seckel gewann 2007 beide Preise beim Minnesänger-Wettstreit in
Spangenberg. Er ist auf der Clingenburg als Ehrengast dabei. Seit
1986 beschäftigt sich Knud Seckel intensiv mit früher Musik.
Von 1994 - 2000 studiert er Romanistik, Kunstgeschichte und
Musikwissenschaft in Heidelberg. Sein Interesse gilt dem
Mittelhochdeutschen und den Sprachen Südwesteuropas, deren
Kenntnisse er durch längere Studienaufenthalte in Grenoble und
Sevilla vertieft. Er ist Mitbegründer der Formation "Wildwuchs" im
Jahre 1991 und des "Ensemble Trecento" im Jahre 1994. Im gleichen Jahr
beginnt die Mitwirkung bei der Gruppe "Wünnespil", die 2001 endet.
Seit 2001 tritt er im Rahmen von Museumsveranstaltungen und Events als
Minnesänger und Erzähler auf. Er ist seit 2002 Leiter des
Musikensembles "Minnesangs Fruehling" und im Mai 2003 erscheint die
erste Solo-CD "ich zôch mir einen falken". Er war Teilnehmer am
ersten Minnesänger-Wettstreit auf Burg Falkenstein in Bayern und
verkörperte beim Sängerkriegs-Event auf der Wartburg 2006 und 2007 den
Herausforderer Heinrich von Ofterdingen. 
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Unbarmherzig
und unbestechlich - so kennt und liebt sie das Publikum, so fürchten
und hassen sie die Minnesänger: Die Rede ist vom neunmalklugen
Criticus Meister Frauenlob, der genau weiß, wie ein Minnelied zu
klingen hat, und vom gnadenlosen Henker Stempfel, der schon beim
legendären Wartburgkrieg bereitstand, um jeden Sänger, der nicht den
rechten Ton traf, seinem gerechten Schicksal zu überantworten. Das unschlagbare Duo war auch auf der Clingenburg wieder dabei - Peter Will verkörperte den empfindlichen Feingeist Frauenlob (frei nach dem legendären Minnesänger Heinrich von Meißen), einen Marcel Reich-Ranicki des Mittelalters. Bernd Bonnet lieferte den Gegenpart, diesmal erstaunlich freundlich und der Minnekunst aufgeschlossen. >>> Pressefoto in guter Auflösung: Frauenlob und Henker Stempfel! |
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Die
offizielle CD zum
Minnesänger-Wettstreit 2008 auf der Clingenburg ist da! Zu hören sind alle
beteiligten Sänger, die Spielleute vom Musiktheater Dingo und
andere Größen der
Mittelaltermusikszene. Gesungen und gespielt werden mitreißende
und melancholische Mailieder des Mittelalters aus der Feder von
Meistern wie Neidhart, Reinmar von Brennenberg, Wizlaw von Rügen,
Otto zum Turm und Brunwart von Augheim. Als Bonus gibt es eine
Neuvertonung des einzigen überlieferten Minneliedes des
Sängers Conrad von
Bickenbach, der lange auf der Clingenburg zuhause war.
"Saget mir ieman: waz ist Minne?"
CD-Kritik von
Magister
Rother:
