von Dr. Lothar Jahn

Wilfried Staufenbiel, Judy Kadar und Klaus Sonnemann
Der
stimmgewaltige Bass, hauptberuflich beim Rundfunkchor Berlin
beschäftigt und schon zweimal Teilnehmer beim
Karfunkel-Minnesänger-Wettstreit, begann mit der mystischen
Innigkeit Hildegard von Bingens zur dezenten Drehleier-Bordun, um dann
Walthers zeitlose Reichsklage "Ich saz ûf einem steine" zur
herrlichen Melodie aus Adam Puschmanns Singebuch vorzutragen. Von
Walther gab es auch "Under der linden" und das "Palästinalied" zu
hören, jeweils im direkten Vergleich mit den Troubadourliedern,
die die "Nachtigall" damals zu ihren Liedern inspirierten. Wilfried
Staufenbiel ergänzte seine Gesangsvorträge durch viele
Erklärungen zum Zeithintergrund und Beispiele der damaligen
Literatur. Ein weiterer Schwerpunkt lag bei Oswald von Wolkenstein,
dessen skurrilen Humor und Sprachwitz Staufenbiel genussvoll
ausspielte. Höhepunkt des Abends war dann ein Winterlied
Reinmar von Hagenaus: Staufenbiel eröffnete die schaurige Elegie
mit einer Improvisation aus Oberton- und orientalischem Gesang zum
Klang der Fidel, um dann die kalte Unbarmherzigkeit seiner
ungnädigen Herrin zur herzzerreißenden Klagemelodie des
Königs Richard Löwenherz herauszuschmettern, unterstützt
vom unerbittlich-ostinaten Rhythmus seiner kongenialen Begleiter Judy
Kadar und Klaus Sonnemann (vom Ensemble Collage). Schließlich
sorgten die Tänzerin Michaele Brunk und der Ud-Spieler und
Sänger Lamine Belaala für weitere Farben im rundum gelungenen
Konzert Staufenbiels, an dessen Ende der ganze Saal in
arabo-andalusische Gesänge einstimmte.
> Wilfried Staufenbiel ist Teilnehmer beim 3. Falkensteiner Minneturnier am 30.8.2008. Mehr hier.
> Wilfried Staufenbiel war auch Mitwirkender bei der Aufführung vom "Roman de Fauvel" in Berlin 2006.

Viel Beifall für Wilfried Staufenbiel und Ensemble