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... Der Weckruf klang von Ferne, So blieb's ein leidvoll Scheiden, |
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Der Markgraf von
Hohenburg brachte die ganze Dramatik der Situation im folgenden Tagelied auf
den Punkt. Die Herrin begreift den Wächter als Eiudringling in ihre Welt
der Liebe und beschimpft den Störenfried, der Wächter jedoch appelliert
an die Vernunft: Bei Entdeckung des Ritters in ihrem Schlafgemach droht ihm
nichts weniger als der Tod.
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"Ich wache umb eines
ritters lîp „Din lîp der müeze
unsælic sîn, "Dîn zorn sî
dir vil gar vertragen: |
"Ich wachte heut'
um meinen Herr'n "Du sollst verflucht
auf ewig sein, "Ach ich verzeih'
euch jedes Wort, |
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Tagelieder finden sich in größerer Anzahl
bei Wolfram von Eschenbach, Ulrich von Winterstetten und auch bei Oswald von
Wolkenstein, der im 15. Jahrhundert noch einmal die Tradition des Minnesangs
aufleben ließ. Aber auch Walther und Reinmar haben Tagelieder geschrieben.
Der Tenor des Tageliedes ist nur selten positiv. Meist führt die sexuelle
Erfüllung einer verbotenen Liebe zu noch schlimmeren Sehnsuchtsqualen,
als sie der Minnediener ohnehin schon auszustehen hat. Zur Sehnsucht kommt die
Reue, den eigenen Werten und den Normen der Gesellschaft untreu geworden zu
sein. Da eine solche Beziehung kaum offen ausgelebt werden durfte, blieb nur
die Erinnerung an einen heftigen Moment sexueller Erfüllung, deren Folgen
Angst, ein noch befangenerer Umgang der Beteiligten miteinander oder eine Trennung
waren. Diese Erfahrungen und Gefühle werden in denTageliedern je nach moralischem
Anspruch des Dichters in all ihren Facetten, aber auch in großer Ehrlichkeit
und Ernsthaftigkeit dargestellt.