SÄNGERKRIEG AUF TRIFELS
Marcus van Langen mit Ensemble auf Trifels

"Ich zog mir einen Falken"
Sa 4. Oktober 2008, 19.30 Uhr
Die Burgherrin
Er führte mit starker Hand
durch den Abend: Meister Frauenlob (Peter Will).
Erstmals war Trifels Ort eines großen Minnesänger-Wettstreits  mit Teilnehmern aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz.  Veranstalter war die Generaldirektion "Kulturelles Erbe - Burgen, Schlösser, Altertümer" in Zusammenarbeit mit dem Kultursommer Rheinland-Pfalz.
Der erste Sängerkrieg auf dem Trifels endete am 4.10. mit einem Doppelsieg für Holger Schäfer aus Adelebsen (Niedersachsen). Er errang sowohl den Preis der Burgherrin als auch den Publikumspreis. Letzteren allerdings nur denkbar knapp: mit nur einer Stimme Vorsprung vor Hans Hegner, dem wohlverdienten zweiten Sieger. Der "Ehrenpreis der Minnesänger und Spielleute" ging an Olaf Casalich, den Sänger der Folk-Rockband Ougenweide.
Stempfel
Auch Henker Stempfel
(Bernd Bonnet) wartete:

Wer vergreift sich im Tone?

Die zweieinhalbstündige Veranstaltung der Generaldirektion "Burgen, Schlösser, Altertümer" im gut gefüllten Reichssaal war der Startschuss für eine neue Profilierung von Trifels als Minnesänger-Burg. Schließlich hatte hier einst Richard Löwenherz, der selbst als Minnesänger agierte, seine Gefangenschaft verbüßt! Und der Legende nach hatte ihn hier der bekannte franzsösische Troubadour Blondel de Nesle durch seinen Sang gefunden. Das bekannte Klagelied von Richard erklang an diesem Abend aus dem Munde eines hübschen Burgfräuleins zu Ehren des Gewinners.

Holger SchäferSieben Sänger und ein Dutzend Spielleute aus allen Teilen Deutschlands, aber auch aus Österreich und der Schweiz hatten den Abend zu einer kurzweiligen Veranstaltung gemacht, die viele Facetten der Interpretation mittelalterlicher Melodien aufzeigte. Am Ende konnte es aber nur einen Sieger geben und das war Holger Schäfer aus der Nähe von Göttingen. Der Harfenpoet, der schon auf der Clingenburg zum "Minnesänger des Jahres" gekrönt worden war,  überzeugte mit einem zurückhaltend-melancholischen Gesang aus der Feder von Heinrich von Morungen und einem vor Lebensfreude explodierenden Frühlingslied Oswald von Wolkensteins.

Hans HegnerIhm ganz dicht auf den Fersen war der Sänger Hans Hegner aus Berlin, der mit großem Instrumentarium eine ausgedehnte Version des bekannten Falkenliedes des Kürenbergers darbot. Dabei waren auch die selten gesungenen Strophen zu hören. In einer beeindruckenden Vorstellung ließ er dann das Bild eines schaurigen Vogels mit dem Namen Krappaney erstehen, wie es der Sangspruchdichter Hermann Damen erdacht hatte. Über einem beklemmenden Ostinato entfaltete sich die ungewöhnliche Melodie mit großer Intensität.

Olaf CasalichOlaf Casalich aus Hamburg bekam an diesem Abend den Ehrenpreis für sein Lebenswerk verliehen. In der Urkunde hieß es: "Hier auf dem Trifels, auf des Berges höchster Spitze, verleihen wir dem Manne, der die Minne uns Musikanten in die Kehle und die Herzen brannte, den Ehrenpreis der Spielleute und Sänger: Herrn Olaf von der Ougenweide, weil er uns eine Brücke schlug zum hohen Sang." Der Preis erinnert an den großen Einfluss, den Ougenweide auf Mittelaltermusiker aller Genres ausgeübt haben und wurde mit gemeinsamen Interpretationen von Ougenweide-Klassikern wie den "Merseburger Zaubersprüchen" und "Ouwe" vertieft.

Die erfreuliche Resonanz der Startveranstaltung führt dazu, dass es im kommenden Jahr erneut einen Sängerkrieg auf dem Trifels geben wird. Am 12. September 2009 findet dann der 5. offizielle "Minnesänger-Wettstreit" von www.minnesang.com und dem Mittelaltermagazin "Karfunkel" auf dem Trifels statt. Das Motto ist dann "Richard Löwenherz".

>> Schon jetzt Tickets für den Minnesänger-Wettstreit 2009 auf Trifels sichern unter  0261-6675 4149 oder per E-Mail.
>> Musikbeispiele der Sänger hier.

Sängerkrieg auf Trifels:
Wer war dabei?

Holger Schäfer Thomas Schallaböck Hans Hegner
Holger Schäfer
Der niedersächsische
Harfen-Poet
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Marcus van Langen
Der freche Bayer mit dem "gewissen Etwas"
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Hans Hegner
Der "Fundevogel"
aus Berlin
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Holger Schäfer wurde 1971 in Göttingen geboren. Nach ersten Versuchen auf der Blockflöte bildete er sich bis zum Musikstudium in den unterschiedlichsten musikalischen Fächern aus: Kirchenorgel, Klavier, Chorleitung, Cembalo und Gesang. Schließlich studierte er historische Blockflöte und Cembalo an der Musikakademie Kassel. Seit einigen Jahren hat er seine Leidenschaft für das Singen und Erzählen zur Harfe entdeckt. Es lag nahe, dass er dabei schließlich beim Minnesang landete:  "In mir erwachte die Liebe zu Geschichten und Klängen aus alter Zeit, das Eintauchen in Sehnsüchte und Unerfülltes. Mich lässt diese Art der Musik, ihre Stimmung und Magie einfach nicht mehr los." Marcus van Langen (*1971) ist der bislang einzige bayrische Preisträger des Wettbewerbs: Er gewann beim ersten Minnesänger-Wettstreit in Regensburg 2005 den Publikumspreis. Wie kein anderer verkörpert er das Bild des mit allen Wassern gewaschen mittelalterlichen Spielmanns. Man erzählt sich viele Geschichten über ihn und einige sind sogar wahr! Der Grenzgänger zwischen Gothic und Mittelalterrock  ist Initiator des Palästinalied- Benefiz-Projektes, an dem sich 20 Interpreten beteiligten, um eine beeidruckende mehr als halbstündige Version von Walthers berühmten Lied einzuspielen. Der Erlös wurde im Mai auf der Clingeburg an die Hadassah- Klinik in Jerusalem übergeben.   Hans Hegner aus Berlin tritt schon seit über 20 Jahren als Sänger und Instrumentalist mit mittelalterlicher Lyrik auf. Er studierte Ältere Germanistik und Vergleichende Sprachwissenschaft in Berlin und Salzburg. Die wissenschaftliche Arbeit an Text und Übersetzung, Kenntnis der handschriftlichen Quellen und der mittelalterlichen Notenschrift bilden das Fundament seiner Interpretation. Neben Solo-Auftitten singt und spielt Hans Hegner seit 1989 auch gemeinsam mit Ursel Peters im Folk-Duo "Fundevogel". Seit 1996 ist er Miglied bei "Collage". Seit 2002 wirkt er auch beim großen Sängerwettstreit auf der Wartburg mit.



Gisbert Ostermann Olaf Casalich Urs Stieger
Gisbert Ostermann
Der Ostwestfale
mit dem großen Herzen
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Olaf Casalich
Legendärer Frontmann
von "Ougenweide"

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Urs Stieger
alias "Chûnrat vo altstette,
mûndlin fin genannt"

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Gisbert Ostermann kommt aus dem Westfalenlande nach Trifels. Er ist schon lange ein Freund mittelalterlicher Geschichte und Dichtkunst und hat als Nebenerwerbs-Landwirt schon auf dem Felde manches Minne- und Kampflied angestimmt, um sich die Arbeit zu erleichtern. Seit Jahren ist er mit dem Musiktheater Dingo unterwegs, für das er schon den trutzigen Neidhart von Reuental und den kantigen Biterolf gab und in die Rolle des fahrenden Sängers "Der Unverzagte" schlüpfte. Unverzagt stellt er sich auch jetzt den Kontrahenten aus aller Herren Länder - nach 3 Wettbewerben auf Burg Falkenstein nun auch auf Trifels.
Der 1947 geborene Sänger kann mit Fug und Recht behaupten, dass er der Erfinder der Kombination von Folk- und Rockmusik mit mittelalterlichen Texten ist. Der Frontman der legendären Hamburger Band "Ougenweide" brachte in den Siebziger Jahren dem staunenden Publikum die Dichtkunst eines Walther von der Vogelweide oder Neidhart von Reuenthal auf ganz neue Art nahe. Mit "Ougenweide" war er bis Mitte der 80er Jahre unermüdlich unterwegs.Es folgte eine rege Theatermusik-Tätigkeit. Inzwischen hat sich Ougenweide neu formiert, ein neues Album ist in Planung. Seit mehr als 30 Jahren singt Urs Stieger aus Berneck in der Schweiz die Lieder des Minnesangs. Er entdeckt darin das Zeitlose der menschlichen Beziehungen: Lust und Leid sind Konstanten über die Jahrhunderte hinweg. Seine Erkenntnis: "Wer mittelalterliche Lieder 'übersetzen' kann, entdeckt ein Liedgut von erstaunlicher Modernität."  Ihn stört, dass bis ins 20. Jahrhundert hinein der Minnesang eine Bastion der germanistischen Forschung war, dabei lebt diese Musik doch gerade vom lebendigen Vortrag. Er begleitet sich auf selbstgebauten Instrumenten wie Chitarra saracena, Chitarra latinica, Cytole, Häxaschitt oder Drehleier.



Frank Wunderlich Ludmillus
Dr. Lothar Jahn
Frank Wunderlich
Der erste Sieger
kommt als Ehrengast

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Ludmillus
Der Barde
aus Mülheim
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Dr. Lothar Jahn
Der künstlerische
Leiter

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Frank Wunderlich (*1960 in Gießen) studierte Philosophie, Musikwissenschaft und Theologie in Frankfurt/Main und Würzburg. 1986 legte er sein Diplom in Kath. Theologie ab. Er lebt seit 1988 am Untermain (Großheubach, jetzt in Lützelbach), war 1995 Mitbegründer der Gruppe "Vogelfrey und unvuortzaget". Seit 2001 spielt er in den Ensembles "Bluomenrot" und "Vrouwenheide". 2002 veröffentlichte er den Liederzyklus' des Minnesängers Von Obernburg (13. Jh.) "Ich wil wol von wibes gvete", 2004 gab er eine Liederauswahl aus dem "Schedelschen Liederbuch" (15. Jh.) heraus. Er gewann den ersten Minnesänger-Wettstreit von Karfunkel und Minnesang.com im Jahr 2005.
Der Barde und Minnesänger Ludmillus erfreut seit 1994 die Herzen seines Publikums mit mittelalterlichem Gesang zur Cister. Er ist Haus- und Hofbarde auf dem "Lager der Spiel- und Handwerksleut'" des  Mittelalter-Veranstalters "Kramer, Zunft und Kurzweil". Er spielte auf zahlreichen Festen von der Reichsburg Cochem über die Burg Hohenzollern bis zum Klostermarkt Northeim und ist regelmäßiger Teilnehmer beim Bardentreffen auf der Marksburg. Bei der Auftaktveranstaltung zum 200jährigen Stadtjubiläums seiner Heimatstadt Mülheim an der Ruhr trat Ludmillus im Februar 2008 in der ausverkauften Mülheimer Stadthalle auf.
Der Hofgeismarer Musiker, Autor, Kulturmanager und promovierte Musikwissenschaftler  entwickelt seit vielen Jahren Stücke und Szenenfolgen, die historische und zeitkritische Stoffe mit dramaturgisch passender Musik verbinden. Er leitet seit 2005 den großen Minnesänger-Wettstreit von Karfunkel und Minnesang.com. Lothar Jahn vermittelt und organisiert Konzerte und Feste, und machte 2007 mit dem Mysterienspiel „Elisabeth – Keine wie wir“ auf sich aufmerksam, das seine Premiere zum 800. Geburtstag von Elisabeth von Thüringen in der Marburger Elisabethkirche feierte. Lothar Jahn leitete das Ensemble in Trifels und spielte auch selbst Cister, Laute und Dommel.



Hochkarätige Spielleute
Zur Begleitung der stimmstarken Helden reisten Spielleute aus aller Herren Länder an: Dolores Rauter (Harfe), Dagmar Jahn  (Flöten, Cornamuse), Ursel Peters (Cister), Susanne Schmidt (Glockenspiel, Bass-Xylophon, Percussion), Gerda Weinreich (Minnesängerharfe, Schellentrommel, Glockenspiel), Lothar Jahn (Dommel, Cister, Gitarrenlaute), Peter Imanuel Krafft (Flöten, Cornamuse), Jan-Marcus Lapp (Drehleier), Jakob Hegner (Percussion), Frank Wunderlich (Flöten, Pommer, Portativ), Christian Zastrow (Fidel). Die Veranstaltung stand erneut unter Leitung von Dr. Lothar Jahn, Kulturmanager, Chef des Musiktheaters Dingo und Begründer der Internetplattform www.minnesang.com. 

Trifels

KURZE MUSIKBEISPIELE DER BETEILIGTEN
Download zur Sendung im Zusammenhang mit der Berichterstattung über den Wettbewerb erlaubt!

DIE SÄNGER IM WETTBEWERB
Holger Schäfer: Das Lied von der Schwalbe (Heinrich von Morungen)
Marcus van Langen: Tempus est iocundum (Carmina Burana)
Hans Hegner: Falkenlied (Der Kürenberger)
Ludmillus: Quand je suis (Guillaume de Machaut)
Gisbert Ostermann: Der eitle Gockel (Neidhart von Reuental)
Olaf Casalich: Der Fuchs und der Rabe (Der Kanzler)

DER EHRENGAST
Frank Wunderlich: Ich bin in min herze wunt (v. Obernburg)

DIE SPIELLEUTE
Musiktheater Dingo: Der Herbst kommt (Wizlaw von Rügen)

>> Der offizielle Minnesänger-Wettstreit 2009, präsentiert von Karfunkel und www.minnesang.com, findet ebenfalls in Trifels statt. Das Motto ist "Richard Löwenherz". Termin: Sa 12.9.2009, 19.30 Uhr.

>> Kartenvorbestellung: 0261-6675 4149
>> Mehr Information, Musik und Interviews der Sänger über Dr. Lothar Jahn, Guderoder Weg 6, 34369 Hofgeismar