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Sa 5. Juni 2010, 19.30 Uhr, Burg Falkenstein/Harz
DREIMAL GOLD FÜR DIE IRRLICHTER Das fünfte Falkensteiner Minneturnier
endete mit einem Triumph: Alle drei Preise gingen an Die Irrlichter
aus Köln, die ihren Ruf als erfolgreichstes Frauenensemble der
deutschen Mittelalter-Szene damit einmal mehr unterstreichen konnten.
Dabei gab es dann für die ebenso attraktiven wie musikalisch
versierten Damen den heiß ersehnten Kuss vom "Herre Olaf", dem
Ougenweide-Sänger Olaf Casalich. (Foto: Jens Oliver Murer, www.zeugenberg.de) >> Hier gibt's mehr Fotos zum Wettstreit. |
Thema des Abends bei besten Wetter auf der Burg im Harz war nämlich der Erinnerung an die Pioniere des Mittelalter-Rock: Sämtliche Veteranen der legendären Band aus den 70er Jahren waren erschienen - neben Frontman Casalich also auch Bassist Stefan Wulff, Gitarrist Wolfgang von Henko und der vielseitige Perkussionist Jürgen Isenbart. Eine edle Dame wurde vom Moderator Meister Frauenlob (Peter Will) dabei schmerzlich vermisst, bis sie endlich als Überraschungsgast auch noch hinzukam: "Frau Minne" alias Minne Graw, lange Jahre "die Stimme" von Ougenweide.
| Minne Graw (Fotos: Jens Oliver Murer) |
(v.l.): Jürgen Isenbart, Wolfgang von Henko, Stefan Wulff, Olaf Casalich |
Ursel Peters widmete sich zum Akkordeon mit frisch-frecher Frauenpower dem namensgebenden Stück "Ougenweide". Die Spielleut Irregang aus Jena besangen zu zupackenden Trommel- und Schalmeinenklängen von ihrem Besuch im "Badehaus". Arundo aus Hannover setzten schließlich einen groovigen Schlusspunkt mit virtuosen Geigenklängen bei ihrer Version von "Sol".
Man konnte richtig spüren, wie die
Anwesenheit der altgedienten Musiker alle Beteiligten zu
Höchstleistungen anspornte. Doch sowohl bei Ougenweide als auch beim
Publikum hatten schließlich die Irrlichter die Nase vorn: Ihre
unglaublich charmante Version des Ougenweide-Klassikers "Wan si
dahs" um einen Ritter, der das Herz ein Flachs schwingendes
Mädchen erobern möchte und bei ihr abblitzt, stach auch die
stärkste Konkurrenz aus. Die Irrlichter bekamen sogar noch einen
dritten Preis: Auch bei einer Hörerabstimmung des Mittelalter-Radios
Aena waren sie die Nummer Eins. Die Irrlichter bedankten sich mit
viel Musik, nicht nur im Burghof, sondern auch noch bei der
ausgiebigen Nachfeier, die bis spät in die Nacht ging (Foto: Jens Murer).
Zuvor hatte auch noch Hans Hegner, Publikumssieger im Vorjahr, Ougenweide seine Ehrerbietung erwiesen und zu zündenden alten Ougenweide-Nummern zum Reigen aufgespielt. Es war fast wie früher: Alles sang und tanzte beschwingt, doch dann bestimmten wieder besinnliche Momente, wenn die über 30 Beteiligten gemeinsam ein Loblied auf "Dy minne" sangen, mit Ougenweides "Ouwe" an die Vergänglichkeit erinnerten oder eine fulminante Version der "Merseburger Zaubersprüche" darboten. Fast im Dauereinsatz waren die Spielleute und Schauspieler vom Musiktheater Dingo, die der Veranstaltung einen würdigen Rahmen bereiteten.
Am Ende des Abends erinnerte der
künstlerische Leiter Dr. Lothar Jahn an den im März verstorbenen
Ougenweide-Musiker Frank Wulff, den man gerne noch dabei gehabt
hätte. Seine Musik war aber an diesem Abend allgegenwärtig, so auch
in dem ihm gewidmeten Abschiedslied "Einem Lieben" vom gerade
erschienenen Ougenweide-Album "Herzsprung", das mit einer Schweigeminute zu seinem Gedenken endete.
>> Alle Interpreten des Abends sind zu hören auf der CD "Tribut an Ougenweide", die beim Label
Emmuty-Records erschien und seit Anfang Juni überall im
Plattenhandel erhältlich ist. Viele sind auch bei der Gemeinschaftsproduktion "Merseburger Zaubersprüche" dabei.
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Sieger 2009
Davide di Giannantonio |
Preisträger der Vorjahre Beim Falkensteiner Minneturnier 2009 ging der Hauptpreis an Davide di Giannantonio, die Publikumspreise gingen an Hans Hegner, Olaf Casalich und nochmals Davide di Giannantonio. Beim Falkensteiner Minneturnier 2008, Thema "Ich zog mir einen Falken", gewannen Knud Seckel (Hauptpreis) und Wilfried Staufenbiel (Publikumspreis) Beim Falkensteiner Minneturnier 2007 um Walther von der Vogelweide gewannen Frank Wunderlich (Hauptpreis) und Mino, der Barde (Publikumspreis). In einer Vorausscheidung wurde Volker Wysk als bester Sänger aus Sachsen-Anhalt gekürt. Beim Falkensteiner Minneturnier 2006 zum Thema "800 Jahre Sängerkrieg" ging der Hauptpreis an Jochen Faulhammer, den Publikumspreis erhielt Michael Hoffkamp. |
![]() Publikumssieger 2007: Mino, der Barde |

Startnummer 1: Knud Seckel |
Startnummer 2: Irregang |
Startnummer 3: Vrouwenheide |
Startnummer 4: Holger Schäfer |
Startnummer 5: van Langen |
Starnummer 6: Skandor |
Startnummer 7: Ursel Peters |
Startnummer 8: Die Irrlichter |
Startnummer 9: Arundo |

TRIBUT AN OUGENWEIDE (2010)
Zum Minneturnier 2010 erschien ein ganz
besonderes Album. Es ist eine Hommage der aktuellen Mittelaltermusik-Szene an
die Pioniere des Genres: Ougenweide! Pünktlich zum 40. Gründungsjubiläum der
Hamburger Ausnahmeband haben sich Musiker der historisch-authentischen
Mittelalterinterpretation, der Marktszene, des Minnesangs und der
Mittelalter-Rockszene zusammengetan, um Ougenweide ihre Ehrerbietung zu
erweisen. Zu hören sind Neu-Einspielungen vieler Ougenweide-Titel: mal ganz nah
am Original, dann wieder erfrischend anders. Bei diesesm Album voller
Überraschungen und Aha-Effekte sind u.a. dabei: Minnesangs Frühling um Knud
Seckel ("Minnesänger des Jahres 2009"), Oni Wytars, In Extremo, Die Irrlichter,
Triskilian, Gesine Bänfer und Ian Harrison (von "Les Haulz et les Bas"), Hans
Hegner mit seinen beiden Ensembles Fundevogel" und "Kleine Sekunde", Marcus van
Langen, Poeta Magica, Arundo, Duivelspack, Irregang und Musiktheater
Dingo.
>> Veröffentlichungs-Termin: 4. Juni 2010., Label "Emmuty Records"
SPRUCHGESANG UND SACHSENSPIEGEL (2009)
Das
Album verbindet politische, moralische und religöse Lieder aus dem 12. und 13.
Jahrhundert mit Zitaten aus dem Sachsenspiegel, die vom bekannten Rezitator Jörg
Peukert ("Ioculatores") vorgetragen werden.Die Sprechtexte, die grundsätzliche
Fragen des mittelalterlichen Rechtes ebenso behandeln wie ganz konkrete Fälle
des damaligen Alltags, stehen in direkter Beziehung zu den musikalischen
Beiträgen. Mal als Ergänzung oder Kommentar, manchmal auch als Kontrast! Das
Spektrum der Interpreten mittelalterlichen Spruchgesangs ist sehr breit: Stars
der historisch-authentischen Mittelalterinterpretation wie das italienische
Ensemble Lucidarium oder die Tiroler Gruppe Unicorn gehören ebenso dazu wie die
bekannten Minnesänger Holger Schäfer, Frank Wunderlich und Christoph Mächler
(Schweiz). Die Folk-Rockband Ougenweide ist ebenso zu hören wie die modernen van
Langen und Weltmusiker Triskilian. Die 70er-Jahre-Folkband Elster Silberflug
kombiniert Carmina Burana mit Elektronik und der Berliner Sänger Hans Hegner
lässt die Reichsklage Walthers mit einer jazzigen Improvisation ausklingen.
Trotz aller Experimentierfreude stellt das Album eine ernsthafte
Auseinandersetzung mit der Tradition der Sangspruchdichtung dar, die im
Mittelalter eine ebenso große Rolle spielte wie der Minnesang. (gl)
>>
mit Jörg Peukert, Holger Schäfer, Ensemble
Unicorn, Triskilian, Christoph Mächler, Frank Wunderlich, Musiktheater Dingo,
Hans Hegner, van Langen, Ougenweide, Elster Silberflug, Die Ungelichen, Ensemble
Lucidarium, Dagmar Jahn
FALKEN, LERCHEN, NACHTIGALLEN (2008)
1. Der Weckruf (Wizlaw von Rügen)- Musiktheater Dingo; 2.
Falkenlied (Der Kürenberger) - Hans Hegner; 3. Under der linden
(Walther von der Vogelweide) - Michael Hoffkamp; 4. Das Lied von
der Schwalbe (Heinrich von Morungen) - Holger Schäfer; 5.
Der meie ist komen gar wunneclich (Reinmar von Brennenberg) - Frank
Wunderlich; 6. Wê warumbe (Ulrich von Liechtenstein) -
Thomas Schallaböck; 7. Fröut iuch der vil lieben zît
(Otto zum Turn) - Christoph Mächler; 8. Sinc an, guldin huon
(Neidhart) - Wünnespil; 9. Der eitle Gockel (Neidhart) - Gisbert
Ostermann; 10. Der Fuchs und der Rabe (Der Kanzler) - Olaf Casalich;
11. Falkenlied-Parodie (Mönch von Salzburg) - Dulamans
Vröudenton; 12. Der Vogel Krappaney (Hermann Dahmen) - Vinkoop;
13. Lerchenlied (Bernart de Ventadorn) - Knud Seckel; 14.Der vogele
schal (Walther von der Vogelweide) - Jochen Faulhammer; 15.
Winterklage (Reinmar von Hagenau) - Wilfried Staufenbiel; 16.
Under den Linden (Walther von der Vogelweide/Carmina Burana) - Marcus
van Langen; 17. Falkentraum (aus dem Nibelungenlied) - Meister
Frauenlob; 18. Lerchenlied (Ausklang) (Bernart de Ventadorn) - Dagmar
Jahn
"Schöne Stimmen, überraschendes Instrumentarium
und ein altes, ewig junges Thema! Auf der CD wird der Freund miitelalterlicher
Minnelyrik Neues und Bekanntes entdecken." Mitteldeutsche Zeitung, 28.7.08
Die CDs können zum Preis von je 15 Euro plus 3 Euro Versand hier bestellt werden.