M
innesang.com                                        Geschichte  Minnesänger  CDs  Noten  Sängerwettstreit  Sänger buchen  Kontakt
                                                                              

Frauenlob Manesse-Bild

Minnesang.com
Dr. Lothar Jahn
Guderoder Weg 6
34369 Hofgeismar
05671-925355
E-mail an Minnesang.com


KANDIDATINNEN UND KANDIDATEN 2026:

Knud Seckel
Knud Seckel

Ursel Peters
Ursel Peters


Robert Schuchardt
Robert Schuchardt

Wilfried Staufenbiel
Wilfried Staufenbiel

Christine Zienc-Tomczak
Christine Zienc-Tomczak


Thomas Schallaböck und Frank Wunderlich, die auch auftreten sollten, mussten aus gesundheitlichen Gründen leider absagen. Wir wünschen gute Besserung!

EHRENGÄSTE 2026

Rie Kosaka
Vorjahressiegerin Rie  Kosaka, diesmal in blond, welche Überraschung!

Olaf Casalich
Olaf Casalich, einst Sänger und Trommler bei Ougenweide

UNSERE MODERATOREN:

Meister Frauenlob
MEISTER FRAUENLOB,
dargestellt durch Peter Will

Stempfel
HENKER STEMPFEL,
dargestellt durch Bernd Bonnet


PREISTRÄGER DES FALKENSTEINER MINNETURNIERS

Rie Kosaka> Beim Minneturnier 2025 "Nach der sehenden Klage will ich singen" ging der Hauptpreis an Rie Kosaka (Tokio), der Publikumspreis an Sebastian Sack (Greifswald).

Christine Zienc Tomczak> Beim Minneturnier 2023 "Im Bbann der alten Epen" gingen beide Preise an Christine Zienc-Tomczak in der Rolle von Kriemhild.

> Beim Min
Knud Seckelneturnier 2023 "Die Rückkehr der Minnesänger" gingen der Hauptpreis  und der Publikumspreis an Knud Seckel (Foto links).

Ursel Peters> Beim Minneturnier 2019 "Ich saz ûf eime steine" ging der Hauptpreis an Ursel Peters (Foto links), der Publikumspreis an Holger Schäfer.

Domitille Vigneron> Beim Minneturnier 2018 "Die Traurigkeit der Troubadoure" gingen der Hauptpreis an Domitille Vigneron (Foto links), der Publikumspreis an Iván López.

Korydwenn> Beim Minneturnier 2017 "Frauenminne, Mädchenlieder, Weibsgesang" gingen beide Preise an  Korydwenn (Foto links).

Robert Schuchardt> Beim Minneturnier 2016 "Der Sang der alten Mauern" gingen beide Preise an  Robert Schuchardt: Sowohl das Publikum als auch die Burgherrin entschieden sich für den Leipziger Sänger.

Hans Hegner> Beim Minneturnier 2015 "Tannhäuser oder KEIN Sängerkrieg auf der Wartburg" ging der Hauptpreis an den 2017 verstorbenen Hans Hegner (Foto links), der Publikumspreis an Manfred Hartl.

Holger Schäfer> Beim Minneturnier 2014 "Wünsche werden wahr" siegte das Duo Christine Zienc und Thomas Schallaböck sowie der Solist Holger Schäfer (Foto rechts).

Olaf Casalich> Beim Minneturnier 2013 "Lieder von Abschied und Wiederkehr" ging der Hauptpreis an Olaf Casalich (Foto links), Platz 2 an Knud Seckel und Platz 3 an Holger Schäfer.

Tristan und Isolde> Beim Minneturnier 2012 "Traumpaare des Mittelalters" ging der einzige Preis an Hans Hegner und Dagmar Jahn (Foto rechts).

Thomas Schallaböck> Beim Falkensteiner Minneturnier 2011 "Sängers Lust, Sängers Leid" ging der Hauptpreis an Thomas Schallaböck (Foto links), der Publikumspreis an Knud Seckel.

> Beim Falkensteiner Minneturnier 2010, "Tribut an Ougenweide", gingen alle drei Preise an "Die Irrlichter".


> Beim Falkensteiner Minneturnier 2009, "Spruchgesang und Sachsenspiegel", ging der Hauptpreis an Davide Di Giannantonio, die Publikumspreise gingen an Hans Hegner, Olaf Casalich und Davide Di Giannantonio.

Knud Seckel> Beim Falkensteiner Minneturnier 2008, Thema "Ich zog mir einen Falken", gewannen Knud Seckel (Hauptpreis) (Foto rechts) und  Wilfried Staufenbiel (Publikumspreis).
Knud Seckel gewanna auch beide Preise beim Minneturnier 2022.

Frank Wunderlich> Beim Falkensteiner Minneturnier 2007 um Walther von der Vogelweide gewannen Frank Wunderlich (Hauptpreis) (Foto links) und Mino, der Barde(Publikumspreis). In einer Vorausscheidung wurde Volker Wysk als bester Sänger aus Sachsen-Anhalt gekürt.

Jochen Faulhammer> Beim Falkensteiner Minneturnier 2006 zum Thema "800 Jahre Sängerkrieg" (gleichzeitig offizieller Minnesänger-Wettstreit 2006) ging der Hauptpreis an Jochen Faulhammer (Foto rechts), den Publikumspreis erhielt Michael Hoffkamp.


MUSIKANT IM EINSATZ

Musiktheater Dingo
Martin Uhlig vom Ensemble "nimmersêlich" bereicherte den Instrumentalklang der Musikanten durch sein Fidel-Spiel.

DIE NEUGIERIGE JUNGHEXE
Silva Klages
Silva Klages war als Nachwuchs-Hexe dem Zauber der Musik auf der Spur. Für sie gab es viel zu erleben und zu erfahren beim Minnteturnier!


DER BURGHERR

Joachim Schymalla
Unser Dank gilt dem Museumsdirektor der Burg Falkenstein, Joachim Schymalla, für die kon­tinuierliche Unterstützung von Anfang an!  

Uta Schymalla
Die Burgherrin Uta Schymalla überreicht den Solistenpreis an Robert Schuchardt.



ABSCHIED DES MUSIKALISCHEN LEITERS
Lothar Jahn

"Mir bleibt es, allen Beteiligten, vor allem aber auch dem Publikum für die Treue, die Neugier und den Enthusiasmus über zwei Jahrzehnte zu danken. Sicher, es war ein Wettbewerb, bei dem es Sieger und immer auch Verlierer gab. Doch eigentlich sollten auch die Gewinner sein, das war zumindest stets meine Intention. Ich habe mich über die Jahre bemüht, eine familiäre Atmosphäre aufzubauen, in der sich jede und jeder Beteiligte wohlfühlen konnte."
Dr. Lothar Jahn, Erfinder des Falkensteiner Minneturniers und Künstlerischer Leiter aller Veranstaltungen.
>> lothar-jahn.de
>>
0178-8156697

Logo Minneturnier

Nun ist es also vorbei, das 20-jährige Jubiläum vom Falkensteiner Minneturnier. Es war der heißeste Tag des Jahres, bei dem sich nachmittags kaum jemand auf der Burg blicken ließ, ganz ungewohnt! Dann aber gegen Abend wurde der Burghof voller und voller, wer den Weg gewagt hatte, wurde reichlich belohnt: Es war angenehm warm, die Musikanten und Sänger/innen waren in allerbester Stimmung. Nur Sieger waren erschienen und es erklangen viele bekannte, aber auch einige neue Lieder. Los ging es mit der üblichen Begegnung von Frauenlob und Stempfel mit den Harzhexen: Wie immer fürchtete sich der Henker und Frauenlob ignorierte die Damen. Die Nachwuchshexe beschloss, den beiden aufs Minneturnier zu folgen, um die Zauberkraft der Musik zu ergründen: als Abschlussarbeit fürs "zweite Staats-Hexamen". Unter dem Gesang von Neidharts "Meie din" marschierten dann die Sänger ein!

Minneturnier 2026
Meister Frauenlob führte kundig durch den Minne-Abend

SOLO-WETTBEWERB
Der Einleitung folgte ein Wettstreit der einzelnen Stimmen. Eröffnet wurde er von Knud Seckel aus Alsbach, der das Lied "Mich mac der tot" von Albrecht von Johannsdorf anstimmte. Hier ging es um den inneren Konflikt der Kreuzritter: Sollen sie nun der edlen Dame dienen oder gen Jerusalem ziehen. Johannsdorf entschied sich für letzteres und wenn er sterben sollte, dann mit der Liebe im Herzen.  Diese Geschichte stimmte Meister Frauenlob traurig und er bat die nächste Interpretin um ein frisches Frühlingslied: Ursel Peters stimmte zum Akkordeon (!) ein weiteres Neidhart-Lied an - die "Ougenweide" war in den Siebzigern von der gleichnamigen Hamburger Band vertont wurden. Rhythmus und Spaß prägte die Interpretation, doch der Moderator blieb wenig gestimmt, zu lange war es her, dass eine Maid ihn im Wald erwartet hatte. Das dritte Stück aus der Feder von Oswald von Wolkenstein spielte auch im Wald: Es ging um die unterschiedlichen Stimmen der Vögel. Der Interpret Wilfried Staufenbiel aus Bernau bot den schier aberwitzigen Text des Wolkensteiners allein zur Gambe in allen und unmöglichen Tonlagen dar, ein sprachakrobatischer Parforce-Ritt, der jeden Rapper vor Neid erblassen ließ. Die Reimkunst wurde noch überboten durch das Wilhelm-Busch-artige Intro des nächsten Stückes von Robert Schuchardt (Leipzig), der die älteren Musikerkollegen auf liebevolle Art "disste": Er riet, doch in Zukunft das Turnier aus dem Publikum zu genießen und einer neuen Generation das Feld zu überlassen. Dass die es auch kann, bewies er mit seiner Version der "lobelychen kunst" aus der Feder des Unverzagten. Mit Schwung und tänzerischen Elementen hatte er das Publikum schnell auf seiner Seite. Den Abschluss des Reigens bot schließlich Christine Zienc-Tomczak (Hannover), die zu einer Reise in ferne Länder auf den Spuren des Tannhäusers einlud. Um am Ende zu erkennen, dass es auf dem Falkenstein viel schöner ist als in Marokko, Zypern oder Damaskus. Trotzdem kürte das Publikum den Leipziger zum Sieger. Er ließ durchblicken, dass er sich für eine Fortsetzung des Turniers kreativ starkmachen möchte. Man darf gespannt sein.

Robert Schuchardt
Robert Schuchardt pries die löbliche Kunst von Gesang und Saitenspiel

DUO-WETTBEWERB
Nach der Pause wurden Duette angestimmt. Christine Zienc-Tomczak und Olaf Casalich begannen mit einer mystisch-verträumten Version des ersten Merseburger Zauberspruchs. Im Anschluss gab es einen späten Nachklang des Minnesangs in einer Renaissance-Komposition von Juan del Ancina mit Kathrin Kläber und Robert Schuchardt: Ein Hirte wird durch eine flüchtige Begegnung auf dem Marktplatz für alle Zeiten entflammt! Noch mehr unsterbliche Minne gab es mit einer Reminiszens an Tristan und Isolde durch Dagmar Jahn und Winfried Staufenbiel: Sie interpretierten ein hochkomplexes Liebesduett nach Gottfried von Straßburg. Das letzte Paar bestand aus Ursel Peters und Knud Seckel, die Oswald von Wolkensteins Tagelied-Kanon "Nu rue mit sorgen" anstimmten. Das Publikum entschied sich für Kathrin und Robert, auch im echten Leben ein paar: Sie zelebrierten die Zweisamkeit in schönster Harmonie.

DINGO-ABSCHIED
Der dritte Teil des Programms gehörte dem Musiktheater Dingo, das sich mit diesem Minneturnier nach 20 Jahren verabschiedet. Die Sängerinnen und Musikanten, die sonst für die Begleitung der Solisten zuständig sind, zeigten auch allein ihr Können. Dabei kamen drei ganz große Klassiker des Minnesangs zur Geltung: Walthers Lindenlied, sehr einfühlsam vorgetragen von Claudia Heidl und Dagmar Jahn, des Kürenbergers Lied vom Falken, von Katharina grote Lambers sehnsuchtsvoll intoniert, und Tannhäusers Minnelied-Parodie "Staeter dienest", von Gerda Weinreich und Lothar Jahn mit Witz dargeboten. Alle drei Lieder dingotypisch in modernen Nachdichtungen und folkigen Arrangements mit dem typischen Drehleierklang von Jan-Marcus Lapp. Dagmar und Claudia, sonst meist an den Blasinstrumenten zu hören, sangen auch noch zwei Beispiele der Trobairitz und des Donauländischen Minnesangs. Die Dingo-Spielleute wurden regelrecht gefeiert mit stehenden Ovationen. 

EHRENGÄSTE
Vor der Preisverleihung kamen auch noch die Ehrengäste zur Geltung: Rie Kosaka aus Tokio verblüffte mit einem Auftritt in blond. Zur Harfe sang sie das unendlich traurige "Owe daz nach liebe ergat" vom Meister Alexander, zunächst sehr elegisch, dann mit Ensemble in einer erstaunlichen folkloristischen Rhythmisierung, die fast schon eines Bartók würdig war.  Im Anschluss sang Olaf Casalich, Urgestein der Mittelaltermusikszene, den "Titelsong" der Veranstaltung: Walther von der Vogelweides "Owê war sint verswunden alliu mîniu jâr". Spätestens da lag ein Hauch von Vergänglichkeit über dem magischen Abend. Alle Akteure gemeinsam vertieften dies mit dem Abschiedslied "Alles geht dahin", das so oft auf dem Falkenstein erklungen war, und mit Mechthild von Magdeburgs Preislied auf die Zauberkraft der Liebe: "Dy Minne". Sie ist größer als die Berge, weiter als das Meer und alles, was zählt, am Jüngsten Tag!



DAS RAHMENPROGRAMM
Lothar Jahn

Dr. Lothar Jahn führte vor dem Turnier in die 20-jährige Geschichte des Falkensteiner Minneturniers ein: mit erstaunlichen Anekdoten, Einblicken in die breite Thematik und sehr abwechslungsreichen Musikbeispielen. Am Sonntagmorgen lud dann Rie Kosaka, diesmal wieder mit schwarzem Haar, auf die Konradsburg zu einem Vortragskonzert von großer Intensität. Sie kombinierte mittelalterliche Klänge aus Frankreich, Spanien, Deutschland und Japan und verblüffte durch ein sehr flexibles, farbenreiches Harfenspiel, das die Lieder in sehr differenzierter Weise zur Geltung brachte.

Rie Kosaka

====================================================
Ob das Turnier auch nach dem Abschied des Musiktheaters Dingo und des Künstlerischen Leiters Dr. Lothar Jahn noch eine Zukunft hat, muss sich noch herausstellen. Es gibt unter der künstlerischen Leitung von Robert Schuchardt und der organisatorischen Führung von Martin Schliephacke einen Versuch, ein neues Team auf die Beine zu stellen. Wer sich dafür interessiert oder einbringen möchte, melde sich hier.

  Burg Falkenstein
Der Burghof von Falkenstein beim Minneturnier

EYN LOBELICHE KUNST - ABGESANG
Text: Robert Schuchardt,
Sieger des Minneturniers 2026<
(Einleitung zu seinem Lied)

Wenn ich so in die Runde schau,
Dann seh ich Falten und viel Grau.
Und lichtes Haar,
furchtbar!

Da eine Laute, leicht verstimmt,
Weil sich das Ohr nicht mehr benimmt,
So wie einst vor 30 Lenzen,
Da konnten alle hier noch glänzen,
Heute muss man länger üben,
Um dem Anspruch zu genügen,
den das Publikum verlangt.
Ihr habt schließlich voll getankt,
Um zu horrenden Preisen, anzureisen.

Und wenn ich’s mir genau betracht,
Gebt mal auf den Fraunlob acht!
Der ruft doch ständig nach ner Pause.
Was ist bloß los in diesem Hause?
Nichts ist, wie es scheint zu sein.
Und setzen alle Sänger ein,
Dann klingt das wie… mir wird ganz bang:
Der Abgesang!

Auch mein Fiedler hier ist reif,
sein linker Finger schon ganz steif.
Mit den Haaren von 'nem Pferde
Streicht er weitentrückt der Erde
Voll Gefühl und Herzenswärme
Über straff gespannte Därme.
Doch der Lauscher dieser Handlung
Denkt infolge innerer Wandlung
Könnt da nicht wer anders stehen?
Jung und knackig anzusehen?

Alter, man, was laberst du?
fragt mich die Tochter immerzu,
Vielleicht sollten wir Alten eben,
Das Zepter endlich übergeben,
Denn wer Platz für Neues schafft,
Bevor er wird dahingerafft,
Und quasi dauerhaft
erschlafft,
Der könnt entspannt hier lauschend sitzen,
Statt im Wollgewand zu schwitzen!

Ein letztes Lied ich heute sing,
Bevor ich in den Burg-Pool spring.
Zu buhlen nun um Eure Gunst.
Es heißt: Die lobeliche Kunst!

DUETTE 2026:

Dagmar Jahn und Wilfried Staufenbiel
Dagmar Jahn und Wilfried Staufenbiel

Kathrin Kläber und Robert Schuchardt

Kathrin Kläber und Robert Schuchardt

Olaf Casalich, Christine Zienc-Tomczak
Olaf Casalich und Christine Zienc-Tomczak

Knud Seckel und Ursel Peters
Knud Seckel und Ursel Peters

MUSIKTHEATER DINGO:

Claudia Heidl
Claudia Heidl

Katharina grote Lambers
Katharina grote Lambers

Gerda Weinreich und Lothar Jahn
Gerda Weinreich und Lothar Jahn
 

Dagmar Jahn
Dagmar Jahn

Harzhexen
Harzhexen: Katharina grote Lambers, Gerda Weinreich, Silva Klages

Frauenlob mit Frauenlob-Bild
Meister Frauenlob bewundert sein Bild für die Manesse-Handschrift

Musiktheater Dingo
Dingo-Spielleute: Jan-Marcus Lapp (Drehleier), Dagmar Jahn (Sopranino), Claudia Heidl (Rauschpfeife), Lothar Jahn (Citole)


UNTERSTÜTZER:
die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt verfügt über einen außergewöhnlich reichen und vielfältigen Bestand an Baudenkmälern aus seiner kulturellen Vergangenheit. Dome, Klöster, Burgen und Schlösser stehen als Zeugnisse der verschiedenen baugeschichtlichen Epochen. 18 Bauten zu pflegen und zu erhalten ist unter anderem die Aufgabe der Stiftung. In den ersten Jahren war die „Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt“, wie sie damals noch hieß, Veranstalter. Seit 2013 liegt das Minneturnier organisatorisch in den Händen des Vereins Dingo Musik und Theater e.V. (Hofgeismar) und finanziert sich durch Spenden und die Einnahmen aus dem Kartenverkauf. Seit 2016 fördert die Stiftung im Rahmen ihrer Möglichkeiten das Minneturnier erneut. Vielen Dank!

Weitere Unterstützer sind  die Aschersleber Kulturanstalt, "Das Selketal" und die Stadt Quedlinburg, das Restauratorenkollegium Blankenburg und "Sagenhafter Harz". Dank auch an den Förderkreis Konradsburg für die Bereitstellung des "Forsthauses" für die Proben!


VIDEOS VOM FALKENSTEINER MINNETURNIER

Rie Kosaka
Siegertitel 2025: Rie Kosaka "Der Unghelarte"

Christine Zienc-Tomczak
Publkumssieger 2025: Sebastian Sack "Der walt"

Minneturnier 2023
>>IM BANN DER ALTEN EPEN
Querschnitt mit allen Akteuren 2023


Minneturnier 2022
>>QUERSCHNITT
Falkenstein 2022

Holger Schäfer
>>WÊ DIR AREMUOTE
Holger Schäfer singt Sangsprüche des Spervogels beim Minneturnier 2019.


Lerchenlied
>> LERCHENLIED
Gemeinschaftsstück der Sängerinnen und Sänger 2018


Falkenlied
>> FALKENLIED.
Gemeinschaftsstück der Sängerinnen 2017

Tannhäuser
QUERSCHNITT 2016
"Der Sang der alten Mauern",
Teil 1"


Tannhäuser
QUERSCHNITT 2016
"Der Sang der alten Mauern", Teil 2


Holger Schäfer
MINNEWUND

Solistenpreis
2014 Holger Schäfer
(Text: Ulrich von Liechtenstein, Musik: Lothar Jahn)

Under der linden
UNDER DER LINDEN
2013: Finale aller Akteure 


Finale
2010: Finale mit den 
"Merseburger Zaubersprüchen"


DIE DVD ZUM MINNETURNIER
Falkenstein DVDDie Highlights aus 7 Jahren Falkensteiner Minneturnier sind jetzt auf einer DVD zu erleben - Videos von den Veranstaltungen mit Holger Schäfer, den Irrlichtern, Knud Seckel, Thomas Schallaböck, Hans Hegner, Marcus van Langen und vielen anderen.
Mehr Infos hier. DVD bestellen für 15 Euro plus 3 Euro Versand. 



CD-PRODUKTIONEN
Im Zusammenhang mit dem Minneturnier entstanden zwei spannende CD-Produktionen:

Spruchgesang und Sachsenspiegel
Spruchgesang und Sachsenspiegel CD
Der Sachsenspiegel ist das erste Rechtsbuch der Deutschen Geschichte. Auf der CD werden markante Zitate aus dem mittelalterlichen Werk mit Liedern der selben Zeit verbunden, die um ähnliche Themen kreisen. So entsteht ein vielschichtiges Bild mittelalterlicher Kultur und Moral. Die Texte werden rezitiert von Jörg Peukert (Ioculatores, Burgherr der Neuenburg).
01 Vorrede (Sachsenspiegel) 
02 Holger Schäfer: Wê dir, aremuote! (Spervogel) 
03 Ensemble Lucidarium: Schlange Aspis (Konrad von Würzburg) 
04 Triskilian: Do durch der werlde (Der wilde Alexander) 
05 Musiktheater Dingo: Der kuninc Rodolp (Der Unverzagte) 
06 Die Ungelichen: Fas et nefas (Carmina Burana) 
07 Christoph Mächler: Sündege lust (Der Meißner) 
08 Hans Hegner: Ich hôrt ein wazzer(Walther von der Vogelweide) 
09 Ensemble Unicorn: Verschamter munt (Friedrich von Sonnenburg) 
10 Ougenweide: Gerhard Atze (Walther von der Vogelweide) 
11 Elster Silberflug: Mammon (Carmina Burana)
12 Frank Wunderlich: Von zwein ungelîchen wegen (Mechthild von Magdeburg)
13 Ensemble Lucidarium: Winder (Konrad von Würzburg) 
14 Marcus van Langen: Weh dir, Welt! (Walther von der Vogelweide) 
15 Nachrede (Sachsenspiegel) 
16 Dagmar Jahn: Geh deinen Weg (Wizlaw von Rügen) 
> Bestellen für 15  plus 3 € Versand.
> Informationen und Liedtexte hier.

Falken, Lerchen, Nachtigallen
Falken, Lerchen CD
Zu hören sind Lieder über Falken, Lerchen, Nachtigallen und andere Vögel. Doch die gefiederten Freunde dienen den mittelalterlichen Dichtern und Sängern natürlich nur als Bild, um Ihre Herzensnöte oder ihre Sicht der Welt darzustellen.
01 Der Weckruf  (Wizlaw von Rügen)- Musiktheater Dingo
02 Falkenlied (Der Kürenberger) - Hans Hegner
03 Under der linden (Walther von der Vogelweide) - Michael Hoffkamp
04 Das Lied von der  Schwalbe (Heinrich von Morungen) - Holger Schäfer
05 Der meie ist komen gar wunneclich (Reinmar von Brennenberg) - Frank Wunderlich
06 Wê warumbe (Ulrich von Liechtenstein) - Thomas Schallaböck
07 Fröut iuch der vil lieben zît (Otto zum Turn) - Christoph Mächler
08 Sinc an, guldin huon (Neidhart) - Wünnespil
09 Der eitle Gockel (Neidhart) - Gisbert Ostermann
10 Der Fuchs und der Rabe (Der Kanzler) - Olaf Casalich
11 Falkenlied-Parodie (Mönch von Salzburg) - Dulamans Vröudenton
12 Der Vogel Krappaney (Hermann Dahmen) - Vinkoop
13 Lerchenlied (Bernart de Ventadorn) - Knud Seckel
14 Der vogele schal (Walther von der Vogelweide) - Jochen Faulhammer
15 Winterklage  (Reinmar von Hagenau) - Wilfried Staufenbiel
16 Under den Linden (Walther von der Vogelweide/Carmina Burana) - Marcus van Langen
17 Falkentraum (aus dem Nibelungenlied) - Meister Frauenlob
18 Lerchenlied (Ausklang) (Bernart de Ventadorn) - Dagmar Jahn
> Informationen und Liedtexte hier.



 

Erinnerungen ans Falkensteiner Minneturnier 2006 - 2025
Hier ein Blick in die Geschichte des Events:

2006
Eige
ntlich machte nur der alljährlich von Burg zu Burg ziehende "Minnesänger-Wettstreit" Station auf der Burg Falkenstein im Harz. Doch die erfolgreiche Veranstaltung wurde zum Startschuss für eine eigene Reihe: Das Falkensteiner Minneturnier war geboren! Thema der Debütveranstaltung war 2006 - wie sollte es anders sein - die Erinnerung an den legendären Sängerkrieg auf der Wartburg. Die Sänger schlüpften im ersten Teil des Programms in die Rollen der bekannten Akteure des Wartburg-Krieges. Im zweiten Teil durfte jeder nach eigenem Geschmack ein Lied des Hohen Sangs ergänzen. Am Ende siegte Jochen Faulhammer aus Gudensberg, der Klingsor von Ungarlands Elisabeth-Prophezeiung dargeboten hatte, dazu eine Selbstpreisung des Sängers Frauenlob. Der Publikumspreis ging an Michael Hoffkamp. Peter Will leitete als Frauenlob die Veranstaltung, erstmalig war Bernd Bonnet als Henker Stempfel bei einem Sängerstreit sein Gegenpart. Diese Konstellation sollte noch viele Sänger-Wettstreite prägen.

2007
Beim 2. Falkensteiner Minneturnier am 11.8.2007 
siegte Frank Wunderlich aus Lützelbach. Er zeigte den streitbaren Walther von der Vogelweide, der seine Abrechnung mit "Frau Welt" und dem "Herrn Papst" macht. Der Theologe aus dem Odenwald tat das mit sichtlichem Spaß und großen Einfühlungsvermögen in die Zeit. Der Publikumspreis ging an den jüngsten Teilnehmer: Malte Lange alias "Mino, der Barde" aus Kassel, gerade 18 Jahre geworden, durfte ihn unter großem Jubel des Publikums entgegennehmen. Sein jugendlicher Charme kam an. Weitere fünf Sänger aus ganz Deutschland hatten sich Hoffnung auf einen Preis gemacht, sie alle sangen Lieder des bekanntesten Deutschen Minnesängers Walther von der Vogelweide. Aufgrund der schlechten Wetterlage musste die Veranstaltung nach drinnen in den Königssaal der Burg verlegt werden, so dass nur diejenigen, die Karten vorbestellt hatten, zum Zuge kamen und mancher Interessierte am Burgtor abgewiesen wurde.

2008
Motto der Veranstaltung war "Ich zog mir einen Falken", nach dem bekannten Lied des Kürenbergers.  Im voll besetzten Burghof erfreuten sich die Zuhörer in der lauen Sommerluft an den mal unendlich traurigen, dann wieder urkomischen Liedern über Falken, Lerchen und Nachtigallen. Man konnte hören, wie die Minnesänger mit viel Fantasie ihre eigene Befindlichkeit auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Leben der Vögel in Bezug setzten. Am Schluss gab es zwei Sieger: Die Burgherrin kürte Knud Seckel aus Alsbach zu ihrem Favoriten, das Publikum wählte Wilfried Staufenbiel. Außerdem verkündete der Burgherr feierlich: Das Minne-Turnier ist zu einer festen Größe im Programm der Burg geworden.

2009
Im Juli 2009 fand das 4. Turnier statt. Im Zusammenhang mit dem Jubiläum der 800. Ersterwähnung Eikes von Repgow stand das vierte Minneturnier auf dem Falkenstein im Zeichen des Sachsenspiegels und der mittelalterlichen Spruchdichtung.
Dabei trat Eike von Repgow persönlich aus seiner Gruft heraus - eindrucksvoll dargestellt durch Alexander Kreit. So wurde eine Zeit lebendig, in der es wichtig war, die oft verschwimmenden Grenzen zwischen Recht und Unrecht zu markieren. Das taten beide auf ihre Art: Die Dichter des Spruchgesangs wie Spervogel, Walther von der Vogelweide oder Der Unverzagte mit ihren belehrend-moralischen Liedern, Eike von Repgow und sein Unterstützer Hoyer von Falkenstein mit dem Niederschreiben des Rechtes im "Sachsenspiegel". Hauptsieger wurde Davide di Giannantonio aus Italien. Den Publikumspreis teilte sich der Italiener mit Hans Hegner und Olaf Casalich.

2010
Das fünfte Falkensteiner Minneturnier war etwas ganz besonderes: 40 Jahre Ougenweide wurden mit einer Tribut-Veranstaltung gefeiert, die Pioniere des Minne-Rocks waren selber vor Ort, als viele Interpreten der heutigen Mittelalterszene ihre Klassiker darboten.  Die Veranstaltung endete mit einem Triumph: Alle drei Preise gingen an Die Irrlichter aus Köln, die ihren Ruf als erfolgreichstes Frauenensemble der deutschen Mittelalter-Szene damit einmal mehr unterstreichen konnten. Dabei gab es dann für die ebenso attraktiven wie musikalisch versierten Damen den heiß ersehnten  Kuss vom "Herre Olaf", dem Ougenweide-Sänger Olaf Casalich. Neun Kandidaten standen im Wettbewerb und alle gaben ihr Bestes: Knud Seckel sang das Frühlingslied "Totus floreo" mit Emphase zu einer rhythmisch pointierten Begleitung. Marcus van Langen verausgabte sich beim "Rivalen" mit Schalmei als eifersüchtiger Liebhaber zum Humpa-Klängen. Der Multiinstrumentalist Skandor inszenierte die Fabel vom "Fuchs und Raben" in ungewöhnlicher Instrumentation mit Bandura, Cister und Basskrummhorn. Das Duo Vrouwenheide musste wegen krankheitsbedingten Ausfalls solistisch agieren, die Austreibung eines Wurmes mit sakralen Gesängen und Gebeten zum "Pferdesegen" gelang Frank Wunderlich trotzdem gut. Holger Schäfer interpretierte "Der Blinde und der Lahme" zur Harfe im als Flower-Power-Folk. Doch die Irrlichter mit ihrer Fassung von "Wann si dahs" überzeugten am meisten.

2011
Der Österreicher Thomas Schallaböck, seit drei Jahrzehnten ein Urgestein der Mittelalter-Musikszene im Alpenland, gewann den Hauptpreis beim 6. Falkensteiner Minneturnier. Den Publikumspreis errang Knud Seckel aus Alsbach. Sieben Sänger aus Deutschland und Österreich waren vom Veranstalter auf die Burg Falkenstein im Harz geladen worden, um sich im Wettstreit der Stimmen zu messen. Thema war in diesem Jahr "Sängers Lust, Sängers Leid" - mittelalterliche Lieder zum schwierigen Leben der fahrenden Sänger waren gefragt. Neben den beiden Preisträgern waren beim Wettbewerb zu hören: Marcus van Langen, Jochen Faulhammer, Frank Wunderlich, Hans Hegner und Jürgen Narbutt. Als Ehrengast sorgte Olaf Casalich von Ougenweide für Hochstimmung. Burgherr Joachim Schymalla lobte das hohe Niveau der Beiträge aller Sänger.
>> Diashow Falkensteiner Minneturnier 2011.

2012
Beim siebten Minneturnier ging es um „Traumpaare des Mittelalters“: Um den Preis stritten Siegfried und Kriemhild (Gisbert Ostermann, Gerda Weinreich), Abaelard und Héloise (Frank Wunderlich, Claudia Heidl), Elisabeth und Ludwig von Thüringen (Eva Wachter, Sebastian Stüer), Eleonore von Aquitanien und der englische König Henry II. (Susanne Zindel, Wilfried Staufenbiel) sowei Tristan und Isolde (Hans Hegner, Dagmar Jahn). Letztere überzeugten mit Ihrer ebenso tragischen wie atemberaubenden Amour fou das Publikum schauspielerisch und gesanglich am meisten. Insgesamt war das Minneturnier eine überzeugende Ensembleleistung, an der auch die ganz unterschiedlichen Erzähler ihren Anteil hatten: Ursel Peters in bester Bardentradition, Knud Seckel als mittelalterlicher Epiker, Frank Limbach als sonor erzählender Mönch Dietrich von Apolda und Reinhold Schmidt als Oratorien-Tenor in Evangelisten-Manier.  Am Ende des Abends huldigten alle Paare und Akteure gemeinsam mit der Ougenweide-Vertonung des Mechthild-von-Magdeburg-Textes "Dy Minne" der Zauberkraft der Liebe, live übertragen vom MDR Fernsehen. Da war der ganze Burghof voller Sang und Klang.


2013
Beim achten Minneturnier war alles anders: Sein oder Nichtsein war die Frage. Die Stiftung trat nicht mehr als Veranstalter auf und hatte vorerst keine Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung.  Man wählte das Motto "Bleiben oder Scheiden - Lieder von Abschied und Wiederkehr". Die Veranstaltung wurde durch Spenden und Sponsoren finanziert, alle Akteure traten ohne Gage auf. Im Wettbewerb sangen Holger Schäfer,  Claudia Heidl, Knud Seckel, Ursel Peters, Frank Wunderlich, Thomas Schallaböck und Olaf Casalich. Ehrengäste waren das Vorjahres-"Traumpaar" Dagmar Jahn und Hans Hegner. Nachdem Frauenlob und Stempfel am Anfang vermuteten, es würden überhaupt keine Sänger auftreten, trudelten die Meister so nach und nach ein und machten das ganze schließlich zu einem rauschenden Abschiedsfest, bei dem auch manche Träne verdrückt wurde - spätestens bei der vorher schon so oft gesungenen Hymne "Alles geht dahin, große Lust und große Leiden...." Sieger wurde Ougenweide-Veteran Olaf Casalich, auf Platz 2 kam Knud Seckel, Platz 3 ging an Holger Schäfer.

2014
Dank Crowdfunding und Unterstützung von mehr als 30  privaten Spendern und Firmensponsoren - angeregt durch Olaf Friedersdorf aus Ziepel, der laut eigener Aussage beim Sängerstreit auf der Burg Falkenstein „einige der schönsten Stunden seines Lebens“ zubrachte - fand 2014 das 9. Minneturnier unter dem Motto "Wünsche werden wahr" statt.  Als Solist gewann Holger Schäfer aus Adelebsen den Preis, der ihm in seiner Sammlung von Auszeichnungen noch fehlte. Er beeindruckte vor allem mit einem zärtlich-erotischen Lied aus der Feder des Steiermarker Tausendsassas Ulrich von Liechtenstein. Als Duo wurden Thomas Schallaböck (Salzburg) und Christine Zienc (Hannover) ausgezeichnet, sie widmeten sich mit Hingabe einem Tagelied des Heinrich von Morungen: Der schmerzvolle Abschied des Ritters von seiner Dame war deutlich spürbar. Einer fehlte, der sonst immer den Ton angab: Lothar Jahn, der künstlerische Leiter, hatte sich das Bein gebrochen. Meister Frauenlob, sonst immer ganz der böse Criticus, überraschte das Publikum mit einer Joe-Cocker-Adaption. Und auch die Harzhexen stimmten ein Lied an.

2015
Das 10. Falkensteiner Minneturnier ging am 12./13. September 2015 über die Bühne. Aufgrund des Vereinsjubiläums des Förderkreis Konradsburg fand die Hauptveranstaltung am Samstagabend ausnahmsweise auf der nahe gelegenen, ebenfalls zu Falkenstein gehörigen Konradsburg statt. Es ging um den Minnesänger Tannhäuser, der als Zuspätgeborener keine Chance mehr hatte, am legendären Sängerkrieg auf der Wartburg teilzunehmen. Zum Glück fand er an diesem Abend einen anderen Sängerkrieg. Und was für einen: Alles stand im Zeichen SEINER Lieder! Sieger wurden Hans Hegner (Berlin, Hauptpreis) und Manfred Hartl (Österreich, Publikumspreis). Im Wettbewerb standen außerdem Frank Wunderlich, Nairolf Liederbolt und Olaf Casalich. Sie alle sangen bei allerbestem Wetter Lieder vom Tannhäuser. Das Musiktheater Dingo mit Meister Frauenlob und Henker Stempfel, dem Minneschüler Konradin sowie Hexen und Spielleuten sorgte für beste Unterhaltungr. Als Ehrengast war die Vorjahressiegerin Christine Zienc zu erleben, der Tannhäuser selbst wurde von Holger Schäfer verkörpert.

2016
2016 war das Turnier wieder auf dem Falkenstein und wurde von der Stiftung "Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt" unterstützt. Thema war "Der Sang der alten Mauern – Burgen und Klöster, Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt". Doppelsieger war Robert Schuchardt, er erhielt den Preis der Burgherrin und des Publikums. Olaf Casalich, Knud Seckel, Thomas Schallaböck, Frank Wunderlich und Robert Schuchardt  stellten auf unterschiedlichste Weise die Bauwerke und ihre Geschichte vor. Von der Theaterszene mit dem gestrengen Frauenhasser Thomas von Aquin (Schallaböck) bis hin zum lustigen Vers-Epos (Schuchardt), vom historisch versierten Vortrag (Wunderlich) bis hin zur scherzhaft-skurrilen Übertreibung (Casalich). Knud Seckel bezog sogar eine Sängerin aus dem Spielleute-Ensemble ins gefühlvolle Tagelied zu Ehren der Neuenburg mit ein (Dagmar Jahn). Umrahmt wurde das Ganze durch ein Schauspiel aus der Romantik: Ludwig von der Asseburg übernimmt vor 200 Jahren die Burg Falkenstein, damals ein heruntergekommes Gemäuer, umrankt von Gestrüpp.  Er hat zunächst keine Freude an dem neuen Anwesen, doch Joseph von Eichendorff (Holger Schäfer) öffnet ihm mit  Gedichten und Liedern den Blick für die Schönheit der Burg und ihrer Geschichte.

2017
Das 12. Falkensteiner Minneturnier fand am 1.7.2017 auf der Konradsburg statt. Erstmals waren nur Frauen im Wettbewerb angetreten: Das Motto lautete "Frauenminne, Mädchenlieder, Weibsgesang". Fünf Kandidatinnen waren dabei: Christine Zienc (Hannover), Klara vom Querenberg (Erfurt), Noemi La Terra (Dresden), Karina Benalcázar (Salzburg) und Korydwenn (Wolfhagen). Siegerin wurde Korydwenn aus Wolfhagen - sie erhielt sowohl den Preis der Jury als auch den Publikumspreis. Im Rahmenprogramm gab es eine Lesung aus dem "Frauenbuch" des Ulrich von Liechtenstein über mittelalterlichen Geschlechterkrieg mit Claudia Heidl und Holger Schäfer am Samstag. Am Sonntagmorgen um 11 Uhr folgte das Konzert "Es stunt ein frouwe alleine - Der weibliche Blick auf die Minne" mit Musiktheater Dingo. Im Anschluss gab es eine hoch interessante Abschlussdiskussion mit den Musiker/innen und Sänger/innen. Die Leitung hatte Prof. Dr. Angelica Rieger (Universität Aachen), die eine gute Einführung in die Geschichte der Trobairitz beisteuerte.  

2018

Zum 13. Minneturnier "Die Traurigkeit der Troubadoure" waren Sängerinnen und Sänger spanischer, französischer, italienischer und deutscher Herkunft geladen, die in der Lage sind, diese Musik und diese Sprache in authentischer Form wiedergeben.  Die Interpreten waren: Domitille Vigneron, Iván López, Noemi La Terra, Thierry Cornillon und Wilfried Staufenbiel.  Der vielfach preisgekrönte deutsche Minnesang-Interpret Knud Seckel war als Vermittler und Dolmetscher mit dabei. Der Hauptpreis ging an Domitille Vignero fon "Flor Enversa", sie ist leidenschaftliche Sängerin der okzitanischen Sprache, wobei sie sich auf der Fidel begleitet. Der Publikumspreis ging an Iván López. Er kommt eigentlich aus der Rockmusik ("The X"), zur mittelalterlichen Musik kam der Sänger mit der ungewöhnlich hohen Stimme im spanischen Ausnahme-Ensemble "Evo", das maßgeblich durch die Trobador-Liedbearbeitungen der 2008 verstorbenen spanischen Sängerin Maria Lafitte beeinflusst wurde.

2019
Beim 14. Falkensteiner Minneturnier ging es um die Auseinandersetzung mittelalterlicher Sänger mit ihrer Umwelt und ihrer Gesellschaft. Berühmt ist das Bild von Walther von der Vogelweide, der auf einem Stein sitzt und mit Grausen über die Gewalt und Bosheit in seiner Zeit nachdenkt. Sein Lied "Ich sâz ûf eime steine" gab der Veranstaltung das Motto, es wurde auch von allen Interpreten gemeinsam angestimmt werden. Solche Weltklagen gehörten ebenso zum Repertoire der Sänger wie knallharte Satire, drastische Alltagsschilderungen und moralische Ermahnungen der Mitmenschen.  Im Wettbewerb traten fünf Sängerinnen und Sänger gegeneinander an.  Es waren Ursel Peters (Berlin), Dagmar Jahn (Hofgeismarl), Holger Schäfer (Göttingen), Thomas Schallaböck (Salzburg) und Reinhold Schmidt (Kassel).  Siegerin wurde Ursel Peters, die mit einem Lied von Wizlaw von Rügen und einem Klassiker von Walther von der Vogelweide begeisterte.  Der Publikumspreis ging an Holger Schäfer.

2022
Am 16.7.22 fand nach zweijähriger corona-bedingter Pause auf Burg Falkenstein das 15. Minneturnier statt, Thema: „Die Rückkehr der Minnesänger – Das Turnier der Sieger“. Da es sich bereits um das 15. Turnier handelt, traten zum Jubiläum nur Gewinner der bisherigen Turniere auf: Da zwei Akteure kurz vor dem Turnier erkrankten, änderte sich die Besetzung kurzfristig. Es sangen Korydwenn (Wolfhagen), Olaf Casalich (Hamburg), Knud Seckel (Alsbach), Thomas Schallaböck (Salzburg) und Jochen Faulhammer (Kassel). Ehrengast war die Siegerin des letzten Turniers Ursel Peters (Berlin). Den Rahmen stellte wieder das Musiktheater Dingo mit seinen Spielleuten, Chor, mit Henker Stempfel, Meister Frauenlob und den Harzhexen. Doppelsieger wurde Knud Seckel mit einer geschickten Mischung aus einem zarten Minnelied mit Harfenklang und einem mitreißenden Tutti-Stück. Auch das Rahmenprogramm war gut gewählt: Zunächst begeisterte Thomas Schallaböck mit einem liebevollen Rückblick auf 15 Jahre Minneturnier. Am Sonntag erinnerten Ursel Peters, Detlef Gardemin und Lothar Jahn an den 2017 verstorbenen Minnesang-Interpreten Hans Hegner, der immer wieder in Falkenstein zu hören war und dabei drei Preise errang.  Gefördert wurde die Veranstaltung 2022 vom Bundesmusikverband Chor und Orchester im Rahmen seines Programmes "Impuls".

2023
Das 16. Falkensteiner Minneturnier endete erneut mit einem Doppelsieg: Der Hauptpreis und der Publikumspreis gingen an Christine Zienc-Tomczak und ihre dramatisch ausgefeilte Darstellung der Kriemhild aus der Nibelungensage. Wie die Frau, die eigentlich nicht lieben wollte, dann doch dem starken Siegfried verfällt, der von ihrem Bruder Gunther immer wieder ausgenutzt wird, das brachte sie erstaunlich plastisch mit Gesang und Rezitation zum Ausdruck. Die schamlose höfische Intrige, bei der ihr Vertrauter Hagen zu Siegfrieds Mörder wird, was schließlich Kriemhild in einen gnadenlosen Rachefeldzug treibt, wird von der Akteurin aus Hannover nur angedeutet. Da das Publikum aber weiß, wie es weitergeht, wird dieser Kunstgriff umso beklemmender.Korydwenn führte in die Sagenwelt um König Artus und die beiden großen Liebenden Tristan und Isolde ein. Michael Eberle aus Hamburg bot dagegen einen biblischen Stoff dar: die Evangelienharmonie des Otfried von Weißenburg wurde gekonnt und in großer Ausführlichkeit in Althochdeutsch vorgestellt: von der Bergpredigt bis zur Auferstehung des Lazarus. Kurz und knapp und mit ironischen Brechungen führte dagegen Robert Schuchardt in die Welt des Sängerkrieges ein. In der Auszählpause zeigte der Doppelsieger des Vorjahres, Knud Seckel, dann sein Können: Er führte auf höchst unterhaltsame Weise unter Ausnutzung des gesamten Burghofes szenisch und musikalisch in die Geschichte des berühmten Parzival ein.

2025
Das 17. Falkensteiner Minneturnier stand unter dem Motto "Nach der sehnenden Klage will ich singen". Im Programm fanden sich die erstaunlich abwechslungsreichen Lieder des Sängers Wizlaw, der mit dem Fürsten Wizlaw III.  von Rügen identisch sein soll,. Der Hauptpreis ging nach Japan: Die Sängerin und Harfenistin Rie Kosaka bewies, dass man sich auch mit ganz anderem kulturellen Hintergrund dem deutschen Minnesang kompetent und einfühlsam nähern kann. Sie trug Wizlaws Huldigung an seinen Lehrer, "Der Ungelarde" genannt, nur zur stilechten Harfenbegleitung vor. Wizlaw lobt darin die sehnsuchtsvollen Weisen seines Stralsunder Vorbilds und wünscht sich, ebenso schöne Melodien schreiben zu können. Ein Kontrast bildete dann eine zupackende Version von "Wol uf ir stolzen helde" mit großem Ensemble inklusive Sackpfeife und Fidel. Das Publikum entschied sich, passend zu Wizlaws Herkunft, für einen Sänger von der Ostseeküste: Sebastian Sack aus Greifswald sang frische und fröhliche Frühlingslieder und griff auch zu Flöte, Portativ und einer herrlich klingenden kleinen Laute. Auch Ursel Peters (Berlin), Frank Wunderlich (Lützelbach) sowie die Sieger vergangener Minneturniere Christine Zienc-Tomczak (Hannover) und Holger Schäfer (Göttingen) widmeten sich den Wizlaw-Melodien mit großer Hingabe.  Erwähnt werden muss auch das Schauspiel vom Musiktheater Dingo, das Wizlaws Wirken in den Erinnerungen seiner Gattin Agnes aufscheinen ließ, dargestellt von Dagmar Jahn, die mit ihrem strahlenden Sopran auch einige Wizlaw-Lieder mit ausgefeilter Melismatik zum Klingen brachte. 


ALLES GEHT DAHIN:

GROSSE LUST UND GROSSE LEIDEN.
TRÜBT DIE MINNE UNS'RE SINNE?
BLEIBEN ODER SCHEIDEN?
DOCH AUF JEDES ENDE
FOLGT DOCH WIEDER
EIN BEGINN...


>> Website Musiktheater Dingo
>> Website Burg Falkenstein
>> Die Fotos auf dieser Seite stammen aus dem Archiv minnesang.com, Fotografen: Detlef Gardemin, Dieter Pütz, Carsten Kiehne, Alexander Tomczak und Günther Drobisch

Burg Falkenstein CD Walther von der Voglelweide CD Minne im Mayen CD Falken, Lerchen Nchtigallen CD European Minnesang CD Spruchgesang und Sachsenspiegel CD Tribut an Ougenweide CD Merseburger Zaubersprüche CD
Bestellen für jeweils 15 Euro ("Merseburger Zaubersprüche" nur 10 Euro) plus 3 Euro Versand hier. Alle CDs zusammen 100 Euro versandkostenfrei!

M

Impressum   Hinweis   Kontakt